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15.04.2015

64 Prozent der Österreicher empfangen Fernsehen in HD

Obwohl HD in Österreich laut einer neuen Studie mittlerweile voll angekommen ist, ist man beim ORF mit der Nutzung noch unzufrieden. Gleichzeitig denkt man aber auch an die UHD-Zukunft.

2,29 Millionen Haushalte in Österreich empfangen laut einer aktuellen Studie des Satellitenbetreibers Astra hochauflösendes Fernsehen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Wachstum von zehn Prozent. Im internationalen Vergleich ist die Verbreitung von HD in Österreich relativ hoch, in Deutschland etwa liegt sie nur bei 45 Prozent. Auch das Angebot ist zuletzt gewachsen. Aktuell sind in Österreich insgesamt 96 HD-Programme empfangbar, davon 60 im Free-TV und 36 im Pay-TV.

Bei den Empfangswegen in Österreich hat der Satellit die Nase vorn, 58 Prozent aller österreichischen Haushalte sehen darüber fern. An zweiter Stelle liegt Kabel mit 33 Prozent. IPTV liegt mit fünf Prozent knapp vor DVB-T, das rund vier Prozent aller Haushalte nutzen. Die Verbreitung von Satelliten-TV, Kabel und IPTV in absoluten Zahlen ist im Vergleich zum Vorjahr jeweils leicht gewachsen, die von DVB-T ist hingegen gesunken.

Nur mehr Kabel analog

Sowohl Satellit als auch naturgemäß IPTV und DVB-TV senden ihre kompletten Inhalte digital. Bei Kabel empfangen 64 Prozent der Haushalte Digital-TV, 36 Prozent setzen noch auf das analoge Kabel-Signal.

Laut Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer ASTRA Deutschland, fokussiert sich das Unternehmen in Zukunft auf den UltraHD-Standard (UHD). 2014 wurden in Österreich laut der Studie knapp 50.000 UHD-fähige TV-Geräte verkauft. 2015 sollen es laut Elsäßer bereits rund 200.000 sein, ein Jahr später bereits eine Million. “Dieser Markt will dann bedient werden”, so Elsäßer. Über Astra ist derzeit jedoch lediglich ein Demo-Kanal in UHD verfügbar. Wann hier ausgebaut werden wird, ist noch unklar und hängt stark von den TV-Kanalbetreibern ab.

ORF mit HD-Verbreitung noch unzufrieden

In Sachen HD-Verbreitung hat der ORF noch viel vor sich, wie ORS-Geschäftsführer Norbert Grill erklärt. Laut Grill werden derzeit von 100 gesehenen ORF-Fernsehminuten lediglich 16 in HD konsumiert. Dieser Wert soll in Zukunft noch deutlich gesteigert werden, weswegen der ORF auch weiterhin Informationskampagnen zum Thema HD fahren will. Besonders rund um den bevorstehenden Songcontest sollen laut Grill wieder Spots ausgestrahlt werden. Bis 2020 will man die HD-Nutzung von ORF-Programmen so auf 90 Prozent hinauftreiben.

Auch beim ORF denkt man schon an UHD. Bevor es zu einer großflächigeren Verbreitung kommt, müssen jedoch noch einige Fragen beantwortet werden. So sei derzeit nur der UHD-Standard 1.1 verfügbar, frühestens 2016 soll der nächste Standard 1.2 finalisiert werden. Erst damit könne man Fragen Verschlüsselung oder höheren Bildwiederholraten klären. Mit ersten Geräten mit dem neuen UHD-Standard sei jedoch erst 2018 zu rechnen.

“Vergangene Standards sind immer mit großen Events gekommen”, so Grill. Für UHD habe man hier etwa die Fußball WM 2018 oder die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang im Auge, die man nutzen könnte, um den neuen Standard flächendeckend zu bewerben bzw. populär zu machen.