Ein weißes Ladekabel ist an ein schwarzes Elektroauto angeschlossen, die Ladeklappe ist geöffnet.
© REUTERS / Henry Romero
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Über 70 Grad: BYD verteidigt „zu heißen Akku“ von E-Auto

Autohersteller BYD setzt derzeit auf seine neue Blade Battery, die unter anderem besonders schnell laden soll. Nun mehren sich aber die Diskussionen rund um die Qualität des Designs. Konkret geht es jetzt um die erhebliche Wärmeentwicklung beim extremen Schnellladen („Flash Charge“).

Ausgangspunkt war ein unabhängiger Livestream-Test eines chinesischen Auto-Bloggers, bei dem Beobachter bemerkten, dass der Akku über 76 Grad Celsius heiß wird. Daten des internen Diagnosesystems (OBD) des Fahrzeugs zeigten zudem eine Zellpoltemperatur von fast 71 Grad Celsius an. Kritiker aus der Industrie befürchten, dass diese Hitze die schützende SEI-Schicht (Solid Electrolyte Interphase) im Akku dauerhaft beschädigt, was die Lebensdauer und die Sicherheit der Zellen beeinträchtigen würde.

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An sich liegt die optimale Betriebstemperatur für Lithium-Ionen-Batterien zwischen 15 und 35 Grad. Selbst beim Schnellladen wird eine Temperatur von unter 60 Grad empfohlen. Die von BYD gemessenen Werte entsprechen zudem nicht der chinesischen Norm für LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat, eine Unterkategorie von Lithium-Ionen-Akkus). Laut dieser sollte der Grenzwert von 65 Grad Celsius nicht überschritten werden. 

Grenzwerte seien überholt

Sun Huajun, Technologiechef der BYD-Batteriesparte FinDreams, wies die Bedenken, die aus der Fachwelt diesbezüglich geäußert wurden, jedoch zurück. In einem Interview mit 36kr Auto stellt er die Temperaturempfehlungen infrage. Diese seien durch moderne Werkstoffe schlichtweg überholt.

BYDs Blade Battery der 2. Generation will vor allem mit hohen Ladegeschwindigkeiten punkten. An einer dafür konzipierten Ladesäule mit einer Leistung von bis zu 1.500 Kilowatt soll der Akku in nur 9 Minuten von 10 auf 97 Prozent geladen werden können. Selbst bei extremen Bedingungen von minus 30 Grad Celsius verlängere sich dieser Vorgang laut BYD lediglich um 3 Minuten. 

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Das funktioniert allerdings nur an entsprechend starken Ladestationen mit rund 1.500 Kilowatt Leistung. Um die Technologie in der Praxis nutzbar zu machen, treibt der Konzern den Ausbau der Infrastruktur voran. Im Rahmen der Strategie „Flash Charge China“ sollen bis Ende des Jahres 20.000 entsprechende Ladestationen entstehen, Anfang Mai waren bereits knapp 6.000 Stationen betriebsbereit. Zum Vergleich: Aktuelle High-Power-Charger in Europa leisten meist zwischen 350 und 400 Kilowatt.

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