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Finanzen Erste Bank startet Kontoeröffnung per Videochat.

Foto: Erste Bank und Sparkassen
Neukunden können sich bei der Erste Bank ab sofort auch per Videotelefonie ausweisen und so online ihr Konto eröffnen.

Anfang des Jahres hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) genehmigt, dass Banken und Versicherungen in Österreich ihre Kunden auch mittels Videochat identifizieren dürfen. Die Erste Bank und Sparkassen starten nun in Österreich als erste Großbank damit, die Technik für Neukunden einzusetzen.

In der Praxis läuft der Prozess der Online-Kontoeröffnung nun so ab: Ein Nutzer wählt auf der Webseite die Option zum Eröffnen eines Kontos. Dann muss er ein Foto eines amtlichen Lichtbildausweises hochladen. Die Angaben darauf werden automatisch in ein vorgefertigtes Formular übertragen, das anschließend noch überprüft und ergänzt werden muss. Schließlich folgt die Identitätsüberprüfung per Videochat.

Name und Ausweis

Der Kunde muss dabei seinen Namen nennen sowie seinen Ausweis vor die Webcam halten. Dabei wird er außerdem aufgefordert, das Dokument zu kippen, damit die Sicherheitsmerkmale sichtbar werden. Wird die Identifizierung erfolgreich abgeschlossen, kann der Nutzer sofort in sein Online-Banking George einsteigen.

Verfügbar ist die Kontoeröffnung per Video-Authentifizierung täglich zwischen 8 und 24 Uhr, sie funktioniert sowohl auf Desktop-Rechnern als auch auf Smartphones und Tablets mit Android und iOS. Zu Beginn können damit Girokonten und Studentenkonten eröffnet werden, im Laufe des Jahres sollen auch andere Produkte damit eröffnet werden können.

Bislang war die Identitätsfeststellung bei der Online-Kontoeröffnung nur entweder per Bürgerkarte bzw. Handy-Signatur möglich, oder per einmaliger Überweisung von einem anderen bestehenden Konto.

Partner aus Deutschland

“Wir versuchen den Kunden im Rahmen der regulatorischen Möglichkeiten den einfachsten und schnellsten Weg zu bieten, etwas zu tun”, so Privatkundenvorstand Thomas Schaufler gegenüber der futurezone. Realisiert wurde die Lösung mit dem deutschen Unternehmen IDnow. Diese bieten die technische Grundlage sowie die Mitarbeiter, die die Identifizierung per Videotelefonie vornehmen. “Wir haben uns bewusst einen zertifizierten Experten am Markt gesucht, weil die nichts anderes machen als genau solche Authentifizierungen. Das sind Profis”, erklärt Schaufler.

Kontrolle

IDnow führt derartige Identifizierungen auch für andere Firmen durch wie etwa das Fintech N26. Ob ein Ausweis legitim oder gefälscht ist wird nicht nur durch den Blick der geschulten Mitarbeiter überprüft. Eine Software, die bestimmte Sicherheitsmerkmale automatisch kontrolliert, unterstützt sie dabei. Die Wahl auf IDnow als Partner fiel im Rahmen einer Ausschreibung. “Es wurde uns eine Lösung präsentiert, die wir leicht einbinden können”, so Schaufler.

Um Datenschutz zu garantieren, werden bei IDnow keinerlei Daten der Kunden abgespeichert. Ist die Identifizierung per Videochat abgeschlossen, wird ein Paket aus Dokumenten erstellt, das an die Erste Bank übertragen wird. Dort wird es für Dokumentationszwecke archiviert, bei dem Partner in Deutschland anschließend vollständig gelöscht. Das Verifizierungsverfahren von IDnow ist laut Erste Bank rechtskonform zu sämtlichen österreichischen und europäischen Vorschriften hinsichtlich Datenschutz und Sicherheit.

Wettbewerbsvorteil

„Damit fällt also auch ein entscheidender Wettbewerbsvorteil von Fintechs weg“, so Schaufler. Finanz-Start-ups wie N26 haben das System bereits seit ihrem Start in Betrieb. Als “Kampfansage” will Schaufler den Schritt trotzdem nicht sehen. “Es geht darum, unser Service zu erweitern. Es ist ein cooler, schneller Weg, das zu bekommen, was man als Kunde will.”

Schaufler erwartet für die Zukunft, dass eine Mehrzahl der Menschen, die ihr Konto online eröffnen, das per Videochat tun werden. “Weil es einfach der bequemere Weg ist”, so Schaufler. Auch in der Vergangenheit ist die Zahl derer, die ihr Konto online eröffnen, stetig angewachsen. Zwischen 2015 und 2016 betrug das Plus hier 40 Prozent. Insgesamt ist der Anteil aber noch vergleichsweise gering. “In den nächsten drei Jahren erwarten wir, dass zwischen zehn und 20 Prozent der Neukunden ihr Konto online eröffnen”, so Schaufler.

Weil eine überwiegende Zahl immer noch den Weg zur Filiale sucht, soll das ausgebaute Online-Angebot auch keine Auswirkungen auf das Filialnetz haben. “Wir haben eine ganz klare Omnichannel-Strategie. Wir sind eine moderne Bank, aber kein Fintech. Wir werden dem Kunden nicht vorschreiben, wie er mit uns in Kontakt treten darf”, erklärt Schaufler. 

 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Erste Bank und Sparkassen. Die redaktionelle Verantwortung obliegt allein der futurezone-Redaktion.

(futurezone) Erstellt am 23.01.2017, 06:00

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