LG HomBot Square

© David Kotrba

LG HomBot Square: Rabiater Saubermacher mit Stimme
08/15/2014

LG HomBot Square: Rabiater Saubermacher mit Stimme

Der Staubsaugerroboter LG HomBot Square spricht zu seinen Anwendern, verschiebt manchmal Möbelstücke und zeigt im Test eine gute Reinigungsleistung.

von David Kotrba

Der HomBot Square ist die dritte Staubsaugergeneration von LG. Wie der Name besagt, hat der Roboter keinen runden Querschnitt, sondern einen etwas quadratischeren. Dadurch sollen die Bürsten weiter in die Ecken reichen. Zwei Kameras sollen den Roboter effizient durch den Raum navigieren. Die futurezone hat den HomBot Square getestet.

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Aussehen

Von oben betrachtet liegt die Form des HomBot Square irgendwo zwischen Kreis und Quadrat. Die unter den Ecken untergebrachten Bürsten haben dadurch mehr Reichweite, während eine halbwegs runde Form die Bewegungsfreiheit erhalten soll. Die Oberfläche ist leicht rötlich gefärbt. An der Vorderkante lugt eine Kamera in die Höhe, am Heck links unten leuchtet im Betrieb eine rote LED.

In der Mitte der Roboter-Oberseite befindet sich eine Klappe, die das Display und vier eingelassene Steuerknöpfe beherbergt. Darunter befindet sich der Staubbehälter. An der Unterseite befinden sich neben den zwei Antriebsrädern zwei Stützräder. Der unter der Gerätevorderseite liegende Saugeinlass ist direkt mit einer Bürstenwalze verbunden. Die Seitenbürsten ragen bis unter den Einlass. Unter dem Heck des HomBot Square sitzt die zweite Navigations-Kamera.

Technik

Die beiden Kameras des Staubsaugerroboters scannen laut dem Hersteller Decken, Wände und Böden mehrmals pro Sekunde. Auch Objekte und ihre Position im Raum sollen erkannt werden, um der wiederholten Reinigung von Flächen vorzubeugen. Statt einem Drucksensor sollen Ultraschallsensoren Hindernisse oder Stufen erkennen und Zusammenstöße sowie Abstürze verhindern.

Die Akkulaufzeit ist mit 100 Minuten angegeben. Der Staubbehälter fasst 0,6 Liter. Abgesehen von den Bedientasten auf der Geräteoberfläche wird der Roboter mit einer kleinen Fernbedienung gesteuert. Jeder Befehl wird vom HomBot Square durch eine Frauenstimme wiederholt. Auch im Betrieb spricht der Roboter zu seinem Besitzer, etwa um Fehlermeldungen oder die erfolgreich abgeschlossene Reinigung von Räumen zu verkünden.

Praxiserfahrungen

Nimmt man den HomBot Square in Betrieb, macht er sich schnell an seine Arbeit. Die Frauenstimme meldet, in welchem Modus gereinigt wird, der Roboter flitzt daraufhin schnell durch den Raum. Verfügbar sind die Basiseinstellung "Zick-Zack-Modus" und weitere drei Modi. Im "Cell-by-Cell-Modus" wird der Raum in Abschnitte eingeteilt, die Abschnitte werden nacheinander abgearbeitet. Im "Spiral-Modus" bewegt sich der Roboter von seinem Standort ausgehend in einer immer weiter werdenden Spirale durch den Raum.

Außerdem gibt es den "My-Space-Modus", der nichts mit dem gleichnamigen Social Network zu tun hat. Mit den Richtungstasten der Fernbedienung steuert man den Roboter in einem beliebigen, abgeschlossenen Muster durch den Raum. Sobald Anfangs- und Endpunkt in einem Abstand von einem Meter passen, wird der gewählte Bereich erkannt und nur innerhalb dessen wird gereinigt. Für alle Modi gibt es eine "Turbo"-Option, bei der die Geschwindigkeit um 30 Prozent erhöht wird. Erkennbar ist das durch noch schnellere Bewegung, schnellere Bürstenrotation und lauteres Betriebsgeräusch.

Rauhe Manieren

Was selbst bei der Reinigung in der normalen Geschwindigkeit sofort auffällt: Der HomBot Square geht recht rabiat ans Werk. Manchen Möbelstücken nähert er sich zunächst noch vorsichtig an, doch gerade im Sessel- und Tischbeine-Dschungel herrschen dann rauhere Manieren. Sessel werden unter dem Tisch hervorgezogen, leichtere Beistelltische (etwa Ikea "Lack"-Serie) werden im Raum herumgeschoben.

Dabei fällt aber auch auf, dass der Roboter offenbar erkennt, wenn es sich um ein Möbel-Bein handelt. Stößt er aus mehreren Richtungen dagegen, rotiert er um das Bein und kratzt so rundherum den Staub aus dem Zwischenraum.

Entdeckungsfreude

Wickelt sich der Roboter mal einen Schnürsenkel um die Seitenbürsten oder bleibt er in einem Kabelsalat hängen ertönt eine Alarm-Fanfare und die Frauenstimme weist einen genau darauf hin, wo das Problem liegt. Ist der Roboter aus seiner misslichen Lage befreit, setzt man ihn ab, drückt auf den Startknopf und weiter geht die Reinigung. Das Einstellen der Uhrzeit und des Timers für einmalige oder tägliche Reinigung funktioniert schnell und unkompliziert.

Der HomBot Square scheut sich nicht, über Türschwellen zu rollen und neue Bereiche des Wohnraumes zu erkunden. Ist die Schwelle nicht höher als zwei bis drei Zentimeter wird sie nur mit geringem Zögern überwunden. Auch die Standfüße von Stehlampen oder Ventilatoren werden erklommen.

Verständliche Reinigung

Zu Beginn des Reinigungsvorganges wird man verbal darauf hingewiesen, nach der Reinigung doch bitte den Staubbehälter zu entleeren. Das Ignorieren dieser Bitte ist aber kein Problem. Ist der Staubbehälter einmal wirklich voll, so zieht sich der Roboter protestierend in seine Ladestation zurück. Der Protest besteht in einer selbstständig geöffneten Klappe, die den Besitzer zur Entnahme der darunterliegendenden Staubbox auffordert.

Die Staubbox ist mit einem Griff versehen, die Entleerung ist einfach. Am Staubbox-Verschluss ist zudem eine Bürste untergebracht, mit dem die hängenden Reste aus dem Behälter befördert werden. Auch die Reinigung der restlichen Teile des Staubsaugerroboters fällt leicht. An der Unterseite des Roboters lässt sich etwa der Rahmen um den Saugeinlass aufklappen, um die Bürstenwalze zu entnehmen. Für deren Reinigung befindet sich eine Art Kamm mit Haarschneidemesser im Lieferumfang.

Ersatzteile

Für keine der Instandhaltungstätigkeiten muss man einen Blick ins Benutzerhandbuch werfen. Sogar an der Roboterunterseite sind erklärende Piktogramme untergebracht. Die Simplizität der Bedienung ist bis in kleine Details durchdacht: Die beiden Enden der Bürstenwalze unterscheiden sich farblich, genauso wie die Achsenbefestigungen im Roboter, damit die Bürste in der korrekten Ausrichtung eingesetzt wird.

Als zusätzliche Reinigungsoption befindet sich ein Plastikrahmen mit einem Mikrofaser-Wischtuch im Lieferumfang. Dieser kann von hinten an die Unterseite des HomBot Square angeschlossen werden. Der Roboter saugt dann nicht nur, er wischt auch. Auch beim sonstigen standardmäßig integrierten Zubehör geizt der Hersteller nicht. Zwei Ersatzbürsten, ein Ersatz-Hepafilter, eine Ersatz-Bürstenwalze und ein Ersatz-Mikrofasertuch zählen dazu.

Fazit und Preis

Der LG HomBot Square hinterlässt insgesamt einen ausgezeichneten Eindruck. Der Boden ist nach der Reinigung wirklich sauber. Man findet keine hinterlassenen Staubbällchen. Der Roboter geht rasant und robust ans Werk. Fragile Gegenstände sollte man also eher nicht am Boden belassen. Werkt der Roboter in der Anwesenheit seines Besitzers, sollte dieser sich nicht durch hörbare Stoß-, Schieb- und Klettervorgänge ablenken lassen.

Die Vehemenz des Roboters bringt es mit sich, dass Schuhe überfahren werden und Schnürsenkel um die Bürsten gewickelt. Dennoch kommt der Roboter relativ selten völlig zum Stillstand und ruft nach Hilfe. Apropos rufen: Die Sprachausgabe ist eine hilfreiche Sache. Statt ein indifferentes Piepsen von sich zu geben, sagt der Roboter genau, was er macht oder braucht.

Das verbale Kommunizeren gepaart mit Piktogrammen und hilfreichem Zubehör macht die Bedienung des HomBot Square wirklich einfach. Der eigenen Wohnung wird damit zudem ein futuristisches Flair verliehen. Über den Boden huscht ein fleißiger, artikulierter Helfer, der manchmal ein wenig übermotiviert wirkt.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 549 Euro liegt der LG HomBot Square im eher höheren Preissegment bei Staubsaugerrobotern, am Markt bewegen sich die Preise im oberen Mittelfeld.