© Novomatic

Produkte
11/21/2019

NOVOMATIC: „LED-Walls sind die Zukunft”

Riesige Monitorwände, wie sie etwa in Fußball-Stadien oder am Wiener Flughafen eingesetzt werden, benötigen eine umfangreiche Infrastruktur.

Beim Umbau der Generali-Arena in Wien wurde das Stadion mit einer umfassenden medientechnischen Installation ausgestattet: 400 Displays und Video-Walls - die Größte besteht aus 32 Displays - zeigen in den öffentlichen Bereichen Besucher- sowie Matchtaginformationen an. In den VIP-Logen kann man am Tablet auswählen, was auf dem Logenscreen gezeigt werden soll. In Zonen, wie beispielsweise der Sportsbar, laufen Live-Übertragungen. Alles wird zentral gesteuert, mit dem Absolute Vision System von NOVOMATIC Media Technologies. futurezone sprach mit Michael Heiss, Head of Media Technologies, über riesige Video-Walls und futuristische Städte voller Monitore.

Ich sehe in Ihrem Bereich Video-Walls, die sich aus mehreren einzelnen Displays zusammensetzen. Könnte ich mir einfach einige Monitore kaufen und meine eigene Videowall gestalten?
Prinzipiell, ja! Wir können mit jedem Display arbeiten, das über einen HDMI-Anschluss verfügt. Den Player mit dem Display verbinden und schon kann es losgehen.

Damit der Kunde jedoch mit der Qualität seiner Installation zufrieden ist, gibt es Spezifikationen, auf die man bei der Anschaffung der Displays achten sollte. Wir empfehlen für eine optimale Anwendung FullHD-Auflösung sowie ein 16:9-Format. Für eine professionelle Video-Wall gibt es noch weitere Aspekte zu beachten, wie beispielsweise ein möglichst randloses Display mit hoher Farbtreue, damit die Inhalte so nahtlos wie möglich ineinander übergehen können. Wir raten immer zu Profidisplays, da diese für einen 24/7-Betrieb ausgelegt sind. Dies ist aber natürlich jedem selbst überlassen.

Ihre Software Absolute Vision (AV) steuert, was auf den Monitoren angezeigt wird. Sie kommt unter anderem in den ADMIRAL-Sportwettfilialen, aber auch in der Generali-Arena und am Wiener Flughafen zum Einsatz. Was ist mit dieser Software möglich?
Das von uns In-House entwickelte System ist so konzipiert, dass es jederzeit auf kundenspezifische Anforderungen erweitert werden kann. Die Bedienung ist einfach und der Kunde hat die Möglichkeit, permanent und von überall aus, auf seine Installation zuzugreifen und die Displays zu steuern. Man führt also hinter den Bildschirmen Regie und kann jede Anzeige individuell gestalten.

Alle Interaktionen und Einstellungen werden über die zentrale Steuerungssoftware vorgenommen. Hier hat der Kunde die Möglichkeit, seine Bilder und Videos zu integrieren. Weiters werden IP-Streams, Webseiten, Text und auch reine Audioausgaben unterstützt. In der Steuerungszentrale können Playlists, Collagen, Bild-in-Bild-Anordnungen und zeitgesteuerte Pläne individuell erstellt werden.

Um dies mit einem Beispiel aus der Praxis zu erklären: In den ADMIRAL-Sportwettfilialen wird häufig das Prinzip der Collage eingesetzt, hierbei wird z.B. auf einer Video-Wall ein Match übertragen und gleichzeitig werden weitere Displays dazu genutzt, Parallelspiele und Wettquoten anzuzeigen. Dies ist auch auf nur einer Video-Wall möglich, durch skalierbare Anzeigeveränderungen.

Was spielt man idealerweise ab, um besonders große Bildflächen zu nutzen? Man kann ja nicht einfach irgendwelche YouTube-Videos mit schlechter Auflösung abspielen.
Das kommt meist auf zwei Dinge an. In erster Linie sollte man sich bei der Auswahl des Inhaltes im Klaren sein, wo sich die Anzeigefläche in Relation zum Betrachter befindet. Also die Distanz ist ein wichtiger Faktor bei der Planung einer Video-Wall.

Beispielsweise werden in unseren Filialen die Video-Walls mit mehreren Inhalten gleichzeitig bespielt. Hier ist der Kunde im Vergleich sehr nahe an der Anzeigefläche, die gezeigten Inhalte sollten daher eine hohe Auflösung aufweisen.

Wenn die Betrachter weit entfernt sind, dann müssen keine Details angezeigt werden, da man diese aus der Entfernung schlecht erkennen könnte. Daher ist der zweite wichtige Punkt der Kontrast, um die wichtigen Informationen gut darzustellen.

Am Flughafen Wien, wo sich der Betrachter zum Display hinbewegt, wird wiederum häufig ein vollflächiges, hochauflösendes Hintergrundbild angezeigt und mit mehreren kleineren Elementen im Vordergrund kombiniert.

Wie viel Rechenleistung ist nötig, um riesige Walls zu bespielen? 
Gar nicht so viel, wie man denkt. An jedem Bildschirm ist ein kleiner Player angeschlossen und dadurch wird die Leistung zwischen den Geräten aufgeteilt. Dann macht es keinen Unterschied, ob wir eine Video-Wall mit 100 Monitoren bespielen oder 100 Einzelgeräte.

Wie reagiert das System beim Ausfall von Display oder Playern? Wie sorgt man dafür, dass Probleme bei der Infrastruktur nicht alles lahmlegen?
Fällt ein Display oder ein Absolute Vision-Player aus, dann arbeiten die anderen ungestört weiter. Der Ausfall hat also keinen Einfluss auf die Funktionalität des restlichen Systems.

Die Absolute Vision-Steuerungssoftware setzt wiederum auf eine moderne Infrastruktur auf Basis einer Orchestrationsplattform. Beim Verlust des Netzwerks operieren die Player mittels ihrer persistenten Speicher auch ohne Verbindung zur Zentrale weiter. Bei einem Neustart, welcher z.B. durch einen Stromausfall resultiert, nehmen die Player ihre Arbeit mit letztgültiger Einstellung wieder auf.

Meistens wird nicht nur ein Display oder eine Video-Wall installiert, sondern ein ganzes Netzwerk aus Anzeigeflächen. In der ADMIRAL Arena Prater gibt es große Video-Walls und eine Vielzahl kleiner Displays. Welche logistischen Herausforderungen gibt es dabei?
Die richtige Planung im Vorfeld ist das Wichtigste. Dazu gehört auch der Besuch des Standortes. Dafür sollte man Architekten hinzuziehen, die sowohl die Statik, als auch die Optik im Blick haben. Je nachdem, wie viel Platz zur Verfügung steht, kann es sich mit Monitoren, Verkabelung, Playern, Satellitenanlage und Server um eine große Menge an Material handeln, was eine sehr penible Ressourcenplanung voraussetzt. Jedes einzelne Display muss vorkonfiguriert und - vor allem bei besonders großen Projekten - unter Realbedingungen getestet werden. Dafür bauen wir das komplette Setup einmal auf und spielen die jeweils gewünschten Inhalte ab. Damit testen wir, ob alles zusammenspielt und die verschiedenen Inhalte so aussehen, wie wir uns das vorstellen. Wenn zuvor alles richtig geplant wurde, treten auch später keine Probleme auf. Wir schöpfen da aus einer langjährigen Expertise.

Was ist besser: Eine LED-Wand oder eine Video-Wall aus vielen Monitoren?
Eine Video-Wall ist derzeit die preiswertere Alternative. Ich glaube aber, dass LED-Wände die Zukunft sind. Sie sind im Gegensatz zu Video-Walls, die aus vielen Einzelbildschirmen bestehen, steglos. Displays haben immer einen Rahmen, den man natürlich sieht, egal, wie dünn er ist. Hinzu kommt, dass LED-Wände zwar teurer, aber auch langlebiger, heller und modular konfigurierbar im Aufbau sind. Ich glaube, dass der Preis durch die hohe Nachfrage in Zukunft sinken wird. Welche Art von Wall installiert ist, ist für unser Absolute Vision-System aber egal, da wir auch LED-Installationen unterstützen.

Wie sehen Sie die Zukunft dieser Video-Installationen? Ich denke da beispielsweise an stärkere Interaktivität.
Es gibt unzählige Ansätze, manche setzen sich durch und andere verlaufen im Sand, ich denke da beispielsweise an aufrollbare oder faltbare Displays, wie sie zur Zeit angepriesen werden. Alle Geräte werden irgendwann auf Streaming setzen und Technik, wie unsere Player sie derzeit liefern, wird bereits in den Displays verbaut sein. Darauf arbeiten wir gerade mit einer Plug & Play-Software hin. Ich persönlich denke, dass zukünftig Geräte, wie auch immer sie aussehen werden, immer stärker von uns lernen und damit auch personalisiert werden können. Das wird zur Normalität werden, Netflix und Co. machen es vor. Im VIP-Bereich der Generali-Arena können die Logenbesucher bereits über ein Tablet auswählen, was sie auf ihrem Bildschirm sehen möchten. Das haben wir extra für diesen Fall entwickelt. Auch eine App, die man z.B. über das Smartphone aufrufen kann, gibt es. In diesem Bereich ist noch viel möglich, wie z.B. Second Screens, welche in Zukunft aus meiner Sicht zum Standard gehören.

In Hotels kommen teilweise solche Monitorsysteme schon zum Einsatz. Sehen Sie auch ganze Städte voller Screens und Informationen, wie man es aus Science-Fiction-Filmen kennt, als eine mögliche Zukunft?
Denkbar ist es, da prinzipiell die gleichen Anforderungen erfüllt werden müssen, wie bei Systemen, die wir bereits betreuen. Gerade in der Hotellerie ist ein solcher Einsatz eine gute Möglichkeit, Informationen in alle Hotelzimmer zu übermitteln und gleichzeitig, um an die vorangegangene Frage anzuknüpfen, individuelle Einstellungen zuzulassen. Beispielsweise Böden, Spiegel, Trennwände und weiteres Mobiliar werden immer mehr mit Screens bestückt.

Dieses Interview entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und Novomatic AG. Die redaktionelle Hoheit liegt bei der futurezone.