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14.03.2013

Rdio im Test: Hübsch, mit Schönheitsfehlern

Musik-Streaming-Fans in Österreich können seit Dienstag einen neuen Dienst nutzen. Rdio geht mit Spotify, Deezer und Co. ins Rennen und kann in erster Linie durch ein aufgeräumtes und funktionales Interface punkten. Die futurezone hat den Dienst getestet.

Nachdem Spotify in weiten Teilen der Welt als Marktführer in Sachen Musik-Streaming hervorgegangen ist, kommen immer mehr Dienste, die ebenfalls mitmischen wollen. Gegründet wurde Rdio von Janus Friis, einer der Mitbegründer der Voice-over-IP-Software Skype.

Der Dienst wird derzeit weltweit in 30 verschiedenen Ländern angeboten, laut eigenen Angaben können die User derzeit aus 18 Millionen verschiedener Songs auswählen, also etwas weniger als bei den Konkurrenten Spotify und Deezer (jeweils 20 Millionen) oder Microsofts Xbox Music (30 Millionen).

Preislich unterscheidet sich Rdio kaum von der Konkurrenz. Will man (nach dem Testzeitraum von zwei Wochen) weiterhin unbegrenzt Musik hören, ist eine monatliche Gebühr von fünf Euro fällig. Möchte man Rdio zusätzlich auch über die mobilen Apps für iOS, Android, BlackBerry oder Windows Phone nutzen, kostet es zehn Euro.

Gelegenheits-Hörer können den Dienst derzeit sechs Monate lang kostenlos nutzen, dabei aber lediglich auf den Web-Player zugreifen und auch nur monatlich eine begrenzte Zeit hören.

Die Oberfläche am Computer
In Sachen Design kann Rdio punkten. Die Oberfläche des Web-Players ist aufgeräumt und übersichtlich. Ähnlich wie bei Twitter und seit kurzem auch bei Spotify kann man anderen Usern folgen und so sehen, was sie gerade hören. Unter dem Punkt "Heavy Rotation" sieht man anschließend, welche Alben gerade im eigenen Freundeskreis populär sind. Außerdem ist ein Aktivitätenbericht sowie die Top-Charts aller Rdio-Anwender verfügbar.

Will man Musik suchen, kann man das über das Textfeld an der Oberseite tun. Wahlweise kann man nach Interpret, Album, Songtitel, Playlist oder Label suchen. Auf den einzelnen Interpreten-Seiten finden sich Infos wie eine Biografie, Top-Alben oder ähnliche Künstler. Zu jedem Interpreten, Album oder Playlist kann man außerdem über den Punkt "Play Station" eine Radiostation starten.

Will man ein Album oder einen Künstler öfter hören, kann man sie mit einem Klick zur eigenen "Collection" hinzufügen. Alternativ kann man auch Playlists erstellen, die auf Wunsch privat oder öffentlich sind.

Die Desktop-App

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Rdio

Rdio

Rdio

Rdio

App und Fernsteuerung
Die Android-App von Rdio bietet alle Funktionen, die es auch in der Web-Oberfläche gibt und bereitet sie übersichtlich auf. Von Hängern oder Verzögerungen bei der Bedienung ist nichts zu bemerken. Auch auf Tablets (sowohl Android-Tablets als auch iPads) ist die App vorzeigbar und erinnert sehr stark an die Desktop-Variante.

Will man Musik auf den Mobilgeräten offline verfügbar machen, muss man das jeweilige Album oder die Playlist entsprechend markieren. Unter Android wird die Musik automatisch im internen Speicher des Smartphones abgelegt, es ist nicht (wie etwa bei Deezer) möglich, die Musik auf der MicroSD-Karte zu speichern.

Die Apps können auch dazu genutzt werden, eine andere Instanz des Clients fernzusteuern. Spielt man also etwa gerade über den PC Musik ab und öffnet die Smartphone-App, kann der PC ferngesteuert werden. Die Kommunikation läuft dabei über die Rdio-Server ab, was den Vorteil hat, dass PC und Smartphone lediglich online sein müssen.

Die Android-App

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Rdio App

Rdio App

Rdio App

Rdio App

Rdio App

Windows Phone und BlackBerry
Zwar bietet Rdio eine App für Windows Phone 7 und 8 an, jedoch ist sie regional beschränkt und lässt sie sich hierzulande nicht finden beziehungsweise herunterladen. Ob und wann sich dieser Umstand ändert, ist derzeit nicht bekannt. Auch für Nutzer des neuen BlackBerry-Betriebssystems gibt es derzeit noch keine App, Rdio ist lediglich für ältere BlackBerrys verfügbar.

Qualität
Im Gegensatz zu anderen Diensten, ist es bei Rdio nicht möglich, manuell zwischen verschiedenen Qualitätstufen zu wählen. Laut einem offiziellen Statement wird beim Streamen über Desktop-PCs sowie bei den mobilen Apps über WLAN in "höchster Qualität" gesendet. Streamt man mit den mobilen Geräten über 3G, wird entsprechend zurückgeschraubt.  Macht man die Musik offline verfügbar, wird sie in der höheren Qualität abgespeichert.  Wie hoch die Bitraten dabei genau sind, will Rdio auch auf Nachfrage nicht angeben. Laut dem Konzern werde derzeit noch mit verschiedenen Qualitätsstufen und Encodern experimentiert.

Ob oder wie stark man die Unterschiede zu den anderen Diensten wahrnimmt, hängt natürlich sehr stark mit der Soundanlage ab. Im "alltäglichen" Einsatz mit Mittelklasse-Kopfhörern oder Musik-Anlagen hört sich Rdio im futurezone-Test weder besser noch schlechter als die Konkurrenz an.

Musikauswahl
Bei ersten Stichproben macht Rdio mit seiner Auswahl eine durchschnittliche Figur. Metallica-Fans dürften etwa bei Spotify bleiben, da der Katalog bei Rdio nicht zur Verfügung steht.

Hörer österreichischer Musik werden bei Rdio meistens fündig. Die Band Naked Lunch ist ebenso mit dem kompletten Katalog vertreten wie die Singer-Songwriterin Clara Luzia. Auch "Der Nino aus Wien" ist vertreten, der Liedermacher Ernst Molden fehlt jedoch in der Auswahl.

Lokal auf dem Gerät gespeicherte Musik kann in die Rdio-Apps derzeit nicht integriert werden. Bevor man sich für ein kostenpflichtiges Abo entscheidet, sollte man auf jeden Fall den Testzeitraum nutzen, um die Auswahl entsprechend durchzugehen.

Fazit
In Sachen Design macht Rdio nahezu alles richtig. Die Oberfläche aller Player-Apps ist durchdacht und sieht dazu auch noch gut aus. Auch das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Instanzen ist clever gelöst, die Fernbedienungsfunktion macht Sinn und funktioniert.

Ist man Android- oder iOS-Nutzer gibt es auch bei den mobilen Varianten kaum Kritikpunkte, besser kann man Musik-Apps derzeit kaum machen.

Umso unverständlicher ist es, dass BlackBerry- und Windows-Phone-Anwender so stiefmütterlich behandelt werden. Gerade im Hinblick auf die Konkurrenz hätte es hier viel Potenzial gegeben, es besser zu machen.

Auch beim Streaming gibt es noch Nacholbedarf. So wäre mehr Transparenz beim Codec und eine Auswahlmöglichkeit wünschenswert. In Zeiten von unlimitierten und schnellen Datentarifen gibt es wohl auch Anwender, die auch über 3G in höchstmöglicher Qualität streamen wollen. Insgesamt hat Rdio durchaus Potenzial, ein starker Konkurrent zu Spotify und Co. zu werden, sofern man die Mängel zügig angeht.

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