Moov Now und Garmin Vivoactive HR

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05/22/2016

Schwimmtracker im Test: Rechenhilfe für Wasserratten

Rechtzeitig zur Eröffnung der Badesaison testet die futurezone zwei Fitnesstracker, die sich auch fürs Schwimmen eignen.

Sowohl Garmins Vivoactive HR als auch der Moov Now werden eigentlich als Multi-Sport-Tracker angepriesen. Egal ob beim Joggen, Fahrradfahren, normalen Gehen oder gar beim Schlafen erfassen die Geräte die Bewegungen des Trägers und senden sie zur Auswertung und besseren Visualisierung an ein per Bluetooth verknüpftes Smartphone.

Für diesen Test haben wir uns jahreszeitgerecht lediglich auf die Verwendung in Schwimmbecken konzentriert, die anderen Funktionen haben wir ignoriert. Wir haben im Wiener Stadthallenbad und im Außenbecken des Jörgerbads getestet.

Unterschiedliche Konzepte

Der Moov Now ist ein auf das essenzielle reduziertes Gerät. Im Lieferumfang sind lediglich zwei Bänder zur Befestigung an Handgelenk oder Fußknöchel, der eigentliche Bewegungssensor und ein Werkzeug, mit dem das Gehäuse geöffnet werden kann, enthalten. Zur Kommunikation mit der App wird einfach auf den Sensor gedrückt.

Weitere Bedienelemente gibt es nicht. Die Vivoactive HR verfolgt eine ganz andere Strategie. Hier hat der Träger eine vollwertige Smartwatch samt Farbtouchscreen und verschiedensten Sensoren an der Hand. Neben der Bewegung des Arms werden hier etwa auch Herzfrequenz und GPS-Koordinaten erfasst.

Ausdauer

Die Stromversorgung erfolgt beim Moov über eine Knopfzelle, die den Sensor bis zu sechs Monate lang mit Strom versorgen soll. Das konnten wir im Test mangels Ausdauer leider nicht verifizieren. In der Vivoactive ist ein Akku verbaut, der per Ladekabel an einer USB-Buchse geladen wird. Bei gemischter Nutzung, als Smartwatch und zwischendurch als Fitnesstracker und GPS-Sensor hielt der Akku im Test knapp vier Tage. Wird die Uhr nur als Smartwatch getragen, gibt Garmin eine Laufzeit von bis zu acht Tagen an.

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Auch für Schläfer

Die Installation der Apps und das Verbinden ging bei beiden Trackern problemlos von statten. Nach der Einrichtung zeichnet der Moov die Bewegungen des Trägers automatisch auf. So lassen sich die tägliche Aktivität und angeblich auch die erholsamen und weniger erholsamen Schlafphasen am Smartphone dokumentieren und analysieren. Die Vivoactive beginnt nach der Einrichtung ebenfalls automatisch mit der Erfassung der Bewegung. Neben der Schrittzahl und den Bewegungen im Schlaf werden hier auch die erklommenen Stockwerke, die Herzfrequenz und die geschätzt verbrauchten Kalorien erfasst und können direkt an der Uhr abgelesen werden.

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Startblock

Bevor der Moov seinen Dienst im Schwimmbecken versehen kann, muss über die App eine entsprechende Trainingseinheit gestartet werden. Durch den Druck auf den Sensor wird die Sitzung bestätigt. Das Smartphone kann dann im Garderobenkästchen zurückgelassen werden, der Moov erkennt selbstständig, wann das Training tatsächlich beginnt. Die Aufzeichnungskapazität ist auf 120 Minuten beschränkt. Die Auszeichnung des Schwimmtrainings funktioniert mit der Vivoactive gleich, nur dass hier das Smartphone sogar ganz zuhause gelassen werden kann. Die Aufzeichnung wird direkt von der Uhr aus gestartet. Das Display lässt sich auch bei starker Sonneneinstrahlung noch gut ablesen und erlaubt so auch während des Schwimmens einen Überblick über die verstrichene Zeit.

Bahnmaß

Im Wasser stören Moov und Vivoactive die Bewegungsabläufe nicht. Nach Beenden des Trainings mit dem Moov wird dem Smartphone, sobald es wieder in Reichweite ist, per erneutem Knopfdruck mitgeteilt, dass die Sitzung vorbei ist. Das initiiert den Datentransfer, der nach längerem Schwimmen durchaus einige Minuten dauern kann. Bei der Vivoactive entfällt dieser Schritt, da die Einheit direkt an der Uhr beendet wird. Die Daten können dann sofort auf der Smartwatch abgerufen werden. Bei beiden Schwimmtrackern muss die Länge des genutzten Pools manuell eingegeben werden, da nur die Bewegung des Handgelenks erfasst werden, um die Distanzen und Zugfrequenzen zu errechnen. Für das Schwimmen in natürlichen Gewässern eignen sich die Geräte deshalb kaum, weil die exakten Ausmaße meist nicht bekannt sind.

Quantifiziert

Abzulesen ist in der Auswertung, wie lange geschwommen wurde, welche Distanz zurückgelegt wurde, die Zahl der Armzüge pro Länge, die Zeit und Distanz pro Zug, eine Schätzung der verbrannten Kalorien und die Durchschnittswerte der genannten Parameter. Der Schwimmstil wird automatisch erkannt. Die Längen werden aufgrund der Unterbrechung des Schwimmrythmus bei den Wenden erfasst. In zwei Testläufen mit dem Moov kam es lediglich einmal zu einer Fehlaufzeichnung aufgrund eines (harmlosen) Zusammenstoßes in der Beckenmitte. Ansonsten waren alle Werte akkurat. Bei der Vivoactive stimmten die Daten ebenfalls.

Fazit und Preis

Der Moov Now ist ein zuverlässiger Trainingsbegleiter für Sportbegeisterte. Für Hobbyschwimmer ist es lustig, einmal zu sehen, welche Distanzen zurückgelegt werden und wie viele Züge pro Länge nötig sind. Die Motivation kann durch das Tragen zumindest kurzfristig gesteigert werden. Die gelieferten Informationen können auch Profis Anhaltspunkte geben, wo sie noch Verbesserungspotenzial haben. Für Sportler ist der Moov allgemein interessant, weil er eben auch andere Aktivitäten aufzeichnen kann. Die Kosten liegen derzeit bei 60 US-Dollar, was etwa 53 Euro entspricht.

Die Vivoactive bietet vielfältigere Möglichkeiten als der Moov, ist aufgrund des höheren Preises von 270 Euro aber stärker auf ambitionierte Sportler zugeschnitten. Als reiner Schwimmtracker für Gelegenheitsausflüge ins Schwimmbad ist die Vivoactive unterfordert. Für Bewegungsenthusiasten, die verschiedene Sportarten ausüben kann das Gerät aber sicher hilfreich fürs Training sein: Die Uhr bietet Tracking-Voreinstellungen vom Fahrradfahren bis zum Golfspielen.

Für Badefreunde mit Hang zur Selbstverbeserung ist der Moov aufgrund des geringeren Preises die bessere Wahl. Die bessere Akkulaufzeit spricht ebenfalls für den schlichten Sensor. Was die Qualität und Quantität der Schwimmdaten angeht, gibt es zwischen den Geräten kaum Unterschiede. Wer professionell in mehreren Sportarten trainieren will und immer schon eine Smartwatch haben wollte, ist mit der Vivoactive sicher besser beraten.