Der Jupitermond Europa zeigt eine eisige Oberfläche mit rötlichen Rissen und Strukturen.

Jupiter-Mond Europa hat vielleicht doch keine Wasserdampffontänen

© REUTERS / NASA
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Science

Berühmte Fontänen von Jupitermond Europa gibt es vielleicht gar nicht

2014 ging eine Meldung um die Welt: Forscher entdeckten Wasserdampffontänen auf dem Jupitermond Europa. Die große Hoffnung, die diese Entdeckung mit sich brachte, war, Hinweise auf Leben zu finden. Der Salzwasserozean, der unter der dichten Eisdecke Europas vermutet wird, könnte ein möglicher Lebensraum für Organismen sein. Doch jetzt melden sich die Forscher von damals mit einer neuen Erkenntnis. 

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Sie analysierten Daten, die das Weltraumteleskop Hubble in den vergangenen 14 Jahren gesammelt hat. Das Ergebnis: "Die Beweise für Wasserdampffontänen auf Europa sind nicht so stark, wie wir zuerst angenommen haben." In einem Statement erklärt einer der Autoren des Papers von 2014, Kurt Retherford vom Southwest Research Institute, die alten Hubble-Daten von damals seien sehr schwer zu interpretieren gewesen.

Statistisches Rauschen

Für ihr neues Paper im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics haben sich die Forscher eine spezifische Wellenlänge ultravioletten Lichts, genauer Lyman-Alpha-Emissionen, angesehen. Diese Emissionen gaben ihnen damals den Hinweis, dass Europa Wasserdampffontänen ausstößt. Bei der damaligen Analyse der Daten von 2012 bis 2014 konnten sie das zwar ablesen, Hubble damit aber an sein Limit gebracht. Europa sei in den Daten schwer platzierbar gewesen. Läge man nur einen Pixel daneben, würde aus den Fontänen nur statistisches Rauschen werden, erklärt er.

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Künstlerische Darstellung des unter der Eisschicht Europas vermuteten Salzwasserozeans inklusiver der Fontänen und Jupiter im Hintergrund

Künstlerische Darstellung des unter der Eisschicht Europas vermuteten Salzwasserozeans - inklusiver der Fontänen

Nicht genügend Beweise

Die neue Analyse macht aus einer Wahrscheinlichkeit der Fontänen von 99,9 Prozent nur noch weniger als 90 Prozent. Das klingt zwar trotzdem noch nach viel, in der Wissenschaft reicht das aber nicht. "Das sind einfach nicht genügend Beweise, um die damaligen Behauptungen mit Sicherheit aufzustellen", sagt auch Studienleiter Lorenz Roth vom Royal Institute of Technology in Schweden. 

Europa ist nicht der einzige Mond im Sonnensystem, auf den Forscher ihre Hoffnungen setzen. Auch der Saturn-Mond Enceladus schießt Geysire aus Wasserdampf ins All, die bisher noch als gesichert gelten. Europas Nachbar, der Jupitermond Io, hat außerdem Schwefeldioxid-Fontänen. 

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2 Sonden auf dem Weg zu Europa

Spannend wird es 2030, denn dann erreicht die NASA-Mission Europa Clipper den Jupitermond. Ein Ziel der Sonde ist es, ebenjene Wasserdampffontänen genauer zu analysieren. Die Hoffnung, dass es diese tatsächlich gibt, ist also groß. Der Flug wäre aber nicht umsonst, denn Europa Clipper wird detaillierte Messungen der Eisschicht und ihrer Zusammensetzung vornehmen. Auch ohne die Fontänen ist es denkbar, dass sich Salzwasserozeane mit Lebewesen dort finden lassen. Eine ähnliche Mission der ESA namens JUICE ist ebenfalls unterwegs in Richtung der Jupitermonde Ganymed, Kallisto und Europa, wo sie 2031 ankommen wird.

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