Ein Implantat lässt einen 66-jährigen nach 30 Jahren Umrisse erkennen

© Duke Medicine

Science
10/12/2014

Bionisches Auge lässt Mann nach 33 Jahren wieder sehen

Ein im Auge implantierter Drahtlos-Sensor hat einem blinden Patienten ermöglicht, nach mehr als 30 Jahren wieder Umrisse und unterschiedliche Flächen wahrzunehmen.

Mithilfe eines bionischen Auges und einer Spezialbrille ist es Ärzten am Duke Eye Center in den USA gelungen, den 66-jährigen Larry Hester nach 33 Jahren erstmals wieder Licht sehen zu lassen. In einem bewegenden Video, in dem auch Hesters Frau und deren Reaktion festgehalten wurde, kann man miterleben, wie Hester nach Aktivierung der Vorrichtung unterschiedliche Lichtreize und Flächen sehen kann. Medizinisch bzw. rechtlich gesehen gilt Hester weiterhin als blind, für den 66-Jährigen ist das Implantat aber ein erster großer Schritt, um sich in seiner Umgebung zu orientieren.

Implantat mit 60 Elektroden

Technisch gesehen werden mithilfe eines Kamera-Sensors die Lichtsignale der Umgebung aufgenommen und drahtlos auf das Aug-Implantat übertragen, das über 60 Elektroden mit dem Sehnerv und somit dem Gehirn verbunden ist. Mithilfe elektrisch erzeugter Lichtblitze, die Hester sehen kann, werden Umrisse von Objekten, aber auch hellere und dunklere Flächen sichtbar. So kann der Träger des bionischen Auges etwa Türen und Fenster wahrnehmen, aber auch sehen, wo sich eine Person im Raum aufhält.

In den kommenden Jahren werden große Fortschritte bei derartigen bionischen Augen erwartet. Die bei Hester angewandte Technologie ist vor allem für Patienten interessant, die an einer Netzhautdegeneration, der "Retinopathia pigmentosa" leiden.