Science
28.02.2017

Brille adaptiert Dioptrien je nach Blickwinkel

Ein flexibles Brillenglas, das sich automatisch an die Weitsichtig- und Kurzsichtigkeit des Trägers anpasst, hat die University of Utah entwickelt.

Kursichtige Menschen, die im Alter parallel eine Weitsichtigkeit entwickeln, mussten bisher zwischen zwei Brillen - einer für den alltäglichen Gebrauch und einer zum Lesen auf kurze Distanz - bzw. einer Bifokalbrille wählen, bei der der untere Teil des Glases mit anderen Dioptrien versehen ist. Die University of Utah will das alles in einer Brille vereinen und hat einen Prototypen entwickelt.

Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit

Bei diesem stellt die Brille automatisch die Gläser scharf, je nachdem, ob der Brillenträger in die Weite oder Nähe fokussiert. Möglich machen dies transparente, piezoelektrische Kolben, welche über eine veränderte elektrische Spannung nach oben oder unten drücken und so die flexible Linse wölben. Möglich wird dies durch eine Flüssigkeit, die zwischen Linse und Kolben angebracht ist und entsprechend verdrängt wird.

Ebenfalls notwendig ist ein kleiner Sensor zwischen den Brillengläsern, der erkennt, wohin der Brillenträger gerade schaut, bzw. wo der anvisierte Fokus liegt. Die richtige Dioptrienzahl für jedes Auge sowohl für die Stärke der Weitsichtigkeit als auch die der Kurzsichtigkeit wird mittels Smartphone-App eingegeben, und kann bei einer Veränderung der Dioptrienzahl naturgemäß auch adaptiert werden.

Prototyp mit Schwächen

Theoretisch muss also bei einer Sehstärken-Veränderung kein neues Brillenglas mehr gekauft werden. Der faszinierende Prototyp kommt derzeit mit einigen Einschränkungen, die für eine serienreifes Produkt erst überwunden werden müssen. So ist die Brille relativ groß und schwer, da Batterie und Steuerung in den Bügeln untergebracht werden müssen. Aktuell hält der Akku auch nur 6 Stunden lang.

Die Forscher sehen den Prototypen allerdings nur als ersten Schritt. In Zukunft sollen Sensoren, welche die Augenbewegungen ganz genau messen, dafür sorgen, dass die Schärfeneinstellung noch präziser ist. Auch bei der Akkuleistung, bei Gewicht und Design müssen die Forscher nachbessern, damit die Brille eine Chance auf dem Markt erhalten würde.