Science
18.03.2014

Frische Lebensmittel direkt an die Haustür

Gemeinsam mit Partnern will die Post herausfinden, wie eine flächendeckende, taggleiche Zustellung von Artikeln des täglichen Gebrauchs am effizientesten funktionieren könnte.

Bestellen übers Internet ist in den vergangenen Jahren Teil des Alltags vieler Konsumenten geworden. Kleidung, Pflanzen, Möbel und Elektrogeräte sowieso – Produktsparten, die nicht online gekauft werden gibt es mittlerweile kaum mehr; wären da nicht Lebensmittel und Artikel des täglichen Gebrauchs.

Die Mehrheit der Kunden ist derzeit mit den bestehenden Einkaufsmöglichkeiten im Geschäft zufrieden, beziehungsweise zweifelt an der Qualität und Frische der Online-Produkte. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von A.T. Kearney hervor. Demnach kaufen in Österreich lediglich vier Prozent der Konsumenten regelmäßig Lebensmittel im Netz.

Tendenzen zeigen allerdings, dass wie schon in anderen Branchen, auch der Lebensmittelhandel, zumindest ein Stück weit, ins Netz verlagert werden wird.

Forschungsprojekt “Food4all@home”

Die Österreichische Post hat Ende vergangenen Jahres gemeinsam mit der Pfeiffer HandelsgmbH, der RISC Software GmbH und der FH OÖ Forschungs- & Entwicklungs GmbH/Logistikum ein wissenschaftliches Forschungsprojekt ins Leben gerufen, bei dem geklärt werden soll, wie eine flächendeckende Hauszustellung von Gütern des täglichen Bedarfs in Österreich funktionieren könnte.

Das definierte Forschungsziel von “Food4all@home” ist es nicht nur zu prüfen, ob eine enge Kooperation der Post mit filialisierten Lebensmittelhandelsunternehmen grundsätzlich möglich und wirtschaftlich ist, sondern auch die Akzeptanz der Kunden auszuloten.

“Das Projekt läuft nach Plan”, heißt es von der Post. Aktuell werden Modelle für die Zustellung simuliert, mit denen verschiedene Aufträge und deren Abwicklung getestet und bewertet werden können. In den kommenden Monaten werden dann Feldversuche für die Hauszustellung im Raum Oberösterreich sowie Wien durchgeführt.

Logistische Herausforderung

Im Zentrum der Lösung steht eine enge Verbindung der IT-Systeme von Lebensmitteleinzelhandel und der Post. Ein vielversprechender Ansatz ist die Kombination von Online-Bestellungen und stationären Händlern: Kunden wählen online ihre Produkte aus, ein Lebensmittelhändler in ihrer Nähe stellt die Waren zusammen und verpackt diese. Dabei wird die Bestellung automatisch in die Tour des betreffenden Logistikpartners eingefügt, was eine Lieferung vor die Haustüre nur kurze Zeit nach Bestellung ermöglicht.

Forschungsergebnisse

Die großen Profiteure flächendeckender Hauszustellung von Artikeln des täglichen Bedarfs wären wahrscheinlich ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Denn vor allem in ländlichen Gebieten könnte dadurch die regionale Nahversorgung garantiert werden.

“Wie die Preisgestaltung solcher Lieferung aussehen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen”, so die Post. Allerdings sei es sehr wahrscheinlich, dass es differenzierte Kostenmodelle geben wird. Dabei könnten die Kosten je nach Art der Zustellung – schnell/langsam, genauer Zeitpunkt, Mengen, Art der Produkte etc. – gestaffelt werden.

Zu welchen Ergebnissen das Forschungsprojekt “Food4all@home” kommt, wird jedenfalls veröffentlicht werden, da die Kosten des Projekts, neben den involvierten Unternehmen und Institutionen, auch von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) getragen werden. Der Endbericht des Projektes wird Anfang 2015 veröffentlicht.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Kooperation mit der Österreichischen Post AG entstanden.