Science
05.06.2013

Gestensteuerung mit Hilfe des WLAN-Signals

Forscher der University of Washington haben ein neues Verfahren entwickelt, dass es Personen erlaubt, Geräte mittels Gesten zu steuern. Dazu muss weder ein Sichtkontakt zu einer Kamera bestehen oder ein Sensor getragen werden. Eine Modifizierung des WLAN-Routers reicht.

Wenn sich Menschen durch den Raum bewegen, rufen sie minimale Veränderungen im Muster des heimischen WLAN-Signals hervor. Ein Team der University of Washington fand heraus, dass sich spezifische Bewegungen anhand der Signalveränderungen erkennen lassen. Wird der Router mit spezieller Software ausgestattet, kann dieses Prinzip für eine Gestensteuerung verwendet werden.

Die Forscher nennen ihr System WiSee (eine Abwandlung von WiFi). Der Vorteil gegenüber anderen Gestensteuerungen, wie etwa Microsofts Kinect: WiSee benötigt kein zusätzliches Gerät und funktioniert im gesamten Sendebereich eines WLAN-Routers, auch wenn Wände zwischen dem gestikulierenden Menschen und dem Router liegen.

In einem Video wird WiSee erklärt und Anwendungsbeispiele geboten. Mit einer Handbewegung kann man verschiedene Geräte, die mit dem Hausnetzwerk (und dem Router) verbunden sind, manipulieren. Man kann etwa TV-Sender wechseln, die Lautstärke einer Stereoanlage regeln oder die Zimmerbeleuchtung deaktivieren.

Schritt zum Smart Home
Um mehreren Personen gleichzeitig die Gestensteuerung zu ermöglichen, muss der WLAN-Router mit mehreren Antennen ausgestattet werden. Jede Antenne "lauscht" den spezifischen Bewegungen eines Nutzers. Als nächstes wollen die Forscher Möglichkeiten zur gleichzeitigen Kontrolle mehrerer Wege finden. Ihre Innovation sehen sie als wichtigen Schritt in Richtung des vernetzen Haushalts bzw. dem Smart Home.

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