© NASA/MAVEN/Goddard Space Flight Center/CU/LASP

Science
08/07/2020

Spektakuläres Bild vom Nachtleuchten am Mars

Forscher untersuchen ein ultraviolettes Leuchten, das sich am nächtlichen Marshimmel zeigt und von der NASA-Sonde MAVEN beobachtet wurde.

Große Bereiche des Mars-Nachthimmels pulsieren im ultravioletten Licht.  Das zeigen Bilder, die die NASA-Sonde MAVEN aufgenommen hat. Das tun sie laut den Wissenschaftlern des MAVEN-Teams der NASA genau drei Mal pro Nacht und zwar nur im Frühling und Herbst des Mars. Die neue Daten zeigten auch Wellen und Spiralen über den Winterpolen des Mars.

Die Aufnahmen des  MAVEN Imaging Ultraviolet Spectrograph (IUVS) würden erste Einblicke in Bewegungen in der mittleren Marsatmosphäre geben, in der Luftströme Gase zwischen der niedrigsten und der höchsten Schicht transportieren, wird Nick Schneider vom Laboratory for Atmospheric and Space Physics (LASP) an der University of Colorado in einer Aussendung auf Phys.org zitiert.

Die Aufhellungen würden dort auftreten, wo vertikale Winde Gase in Bereiche höherer Dichte befördern, wodurch chemische Reaktionen beschleunigt würden und das ultraviolette Leuchten antreiben.

Das ultraviolette Leuchten komme hauptsächlich aus einer Höhe von ungefähr 70 Kilometern, wobei der hellste Punkt rund 1.000 Kilometer breit sei und im ultravioletten Bereich die Helligkeit des Nordlichts der Erde erreiche, sagte LASP-Forscher Zac Milby.

Für Astronauten nicht sichtbar

Die Zusammensetzung der Marsatmosphäre habe aber zur Folge, dass diese hellen Flecken bei sichtbaren Wellenlängen kein Licht emittieren. Künftige Marsastronauten könnten sie also nicht sehen.

Die NASA-Forscher wollen nun die komplexen Zirkulationsmuster in der Marsatmosphäre weiter untersuchen und dabei Erkenntnisse über den Klimawandel am Mars gewinnen. Als nächstes plant das Team, das Nachtlicht "seitwärts" anstatt von oben zu analysieren, um die vertikalen Winde und saisonalen Veränderungen besser verstehen zu können.

Das Mars-Nachtlicht wurde auch bereits von der Mars-Express-Sonde der ESA beobachtet. Der Imaging Ultraviolet Spectrograph (IUVS) der MAVEN-Sonde ist aber weit leistungsfähiger als das Spektrometer der ESA und kann auch Muster und periodische Verhaltensweisen erkennen.