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Staatspreis Innovation 2015: Harter, aber leichter Stahl

Mit dem Staatspreis Innovation zeichnet das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft jährlich das innovativste Unternehmen der heimischen Wirtschaft aus. Der Linzer Stahlkonzern voestalpine erhielt den diesjährigen Staatspreis für phs-ultraform, ein von der voestalpine entwickelter feuerverzinkter, höchstfester Stahl für Karosserieteile in Leichtbauweise.

Im Bild v.l.n.r. Martha Mühlburger, Vorsitzende Jury; Peter Schwab, Mitglied Vorstand voestalpine AG, Leitung Metal Forming; Franz Michael Androsch, voestalpine Leitung F&E

Exaktes Steuern der Temperatur

2003 startete das Forschungs- und Entwicklungsteam der voestalpine ihre ersten Versuchsreihen. Die größte Herausforderung dabei war die Anbringung des Korrosionsschutzes, also die Feuerverzinkung der Stahlbänder. Zink kommt dabei häufig zum Einsatz, obwohl dieser bei 420 Grad Celsius flüssig wird und ab 900 Grad Celsius verdampft - auf diese Temperatur muss der Stahl für das Härten jedoch erwärmt werden.

Die voestalpine hat nun einen verzinkten Borstahl entwickelt und mit einem indirekten Bauteilherstellungsverfahren kombiniert, um Zink mit presshärtendem Stahl (PHS) einzusetzen und dennoch vor Korrosion schützen zu können. Die Lösung des Linzer Großunternehmens besteht im exakten Steuern der Temperatur, sodass Zink auch bei dickeren Schichten zum Zeitpunkt der Warmumformung zu Stahlbauteilen nie flüssig wird und sich keine Mikrorisse bilden. Neueste Entwicklungen ermöglichen auch eine direkte Warmumformung.

Zwölf Jahre Forschungsarbeit

Die zwölfjährige Entwicklungs- und Forschungsarbeit sowie die damit verbundenen Ausgaben in der Höhe von fünfzig Millionen Euro scheinen sich ausgezahlt zu haben. "Der derzeitige Auftragsbestand beläuft sich auf deutlich über eine Milliarde Euro", heißt es von Seiten der voestalpine-Konzernforschung. Denn das Unternehmen sei mit dieser Prozesstechnologie der Konkurrenz um Längen voraus. Die Herstellung von phs-ultraform-Bauteilen sei die "erfolgreichste Innovation des Unternehmens der letzten Jahrzehnte".

Mit phs-ultraform trägt das Linzer Traditionsunternehmen den gestiegenen Anforderungen an die Autoindustrie Rechnung, treibstoffsparendere und damit leichtere Fahrzeuge produzieren zu können, ohne dabei Sicherheitseinbußen hinnehmen zu müssen.

Eingesetzt wird der pressgehärtete, verzinkte Borstahl von Automarken des Premiumsegments für Längsträger, A- und B-Säulen sowie als sicherheitsrelevante Teile für Streben in Seitenwänden, Türen und Schweller. Laut voestalpine beträgt der phs-Anteil in der Karosserie derzeit lediglich fünf bis 25 Prozent, soll aber durch die neuen Entwicklungen auf bis zu vierzig Prozent erhöht werden. Mit phs-ultraform soll sich das Geschäft der voestalpine 2015 auf die USA, China und Südafrika ausweiten.

Innovationen auf allen Gebieten

Für den Staatspreis Innovation 2015, der im Auftrag des Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsministeriums von der Austria Wirtschaftsservice (aws) organisiert und zum 35. Mal vergeben wurde, bewarben sich insgesamt 618 Unternehmen. Die besten sechs davon waren für den Staatspreis nominiert.

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