Das Universum dehnt sich möglicherweise schneller aus als gedacht. Die Gründe dafür sind noch nicht bekannt

© EPA/NASA/ESA

Astrophysik
06/03/2016

Universum dehnt sich schneller aus als gedacht

Beobachtungen mit dem Hubble Weltraumteleskop ergeben, dass sich das Universum bis zu neun Prozent schneller als gedacht ausdehnt. Die Urknalltheorie wackelt.

Noch müssen die neuen Beobachtungsdaten, die mit dem Hubble Weltraumteleskop der NASA gemacht wurden, bestätigt werden. Stellen sie sich als wahr heraus, muss die Urknalltheorie wohl angepasst werden. Das Universum dehnt sich laut den neuen Daten fünf bis neun Prozent schneller aus, als es die Theorie erlauben würde. Die NASA führt die schnellere Expansion vorerst auf dunkle Energie und dunkle Materie zurück. Diese machen 95 Prozent des Universums aus und werden bisher noch kaum verstanden.

Zu den neuen Expansionswerten kommt die NASA durch die Beobachtung von 19 der am weitesten von der Erde entfernten Galaxien. Das Weltraumteleskop suchte darin nach so genannten Cepheiden und Typ 1a Supernovae. Cepheiden sind Sterne mit einem konstanten Schwingungsmuster. Ihre Helligkeit sollte im ganzen Universum dieselbe sein. Anhand der wahrgenommenen Helligkeit kann man ihre Distanz relativ genau messen. Diese Messresultate wurden durch die Beobachtung von Typ 1a Supernovae ergänzt. Auch ihre Helligkeit wird als universal gleich angenommen.

Hubble-Konstante

Durch die neuen Beobachtungsdaten erhält die so genannte Hubble-Konstante einen neuen Wert. Sie stellt die Ausdehnungsrate des Universums dar. Bestätigen sich die aktuellen Beobachtungsdaten, beträgt sie nun bei 73,2 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec. Die Hubble-Konstante erreicht je nach Messmethode unterschiedliche Werte.

Normalerweise lässt sich daraus ein Mittelmaß errechnen, das innerhalb der Schwankungsbandbreite der Analysemethoden liegt. Das aktuelle Ergebnis lässt sich damit aber nicht vereinbaren. Die aktuellen Ergebnisse werden in der nächsten Ausgabe des Fachmagazins The Astrophysical Journal veröffentlicht. Astrophysiker werden sich darüber wohl noch länger den Kopf zerbrechen.

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