Neuartiges Antriebssystem von Gate Space
Wie ein Start-up aus Österreich die Raumfahrt revolutioniert
Wenn sich geostationäre Satelliten rund 35.000 Kilometer über der Erde mit einer Geschwindigkeit von mehr als 11.000 km/h fortbewegen, ist Präzision gefragt. Um einen solchen Satelliten im Orbit exakt positionieren zu können, kommen spezielle Triebwerke zur Anwendung.
Diese Triebwerke sind aber in der Regel ziemlich simpel, weil sie nur "An" oder "Aus" kennen. "Wir haben nun ein Triebwerk entwickelt, das als erstes seiner Art den Schub im All flexibel regulieren kann – so ähnlich wie ein Gaspedal für Satelliten", sagt Moritz Novak, CEO und Co-Founder von Gate Space zur futurezone.
Gate Space ist ein Spin-off der TU Wien. Das Start-up hat seinen Sitz in Niederösterreich, Wien und in San Francisco. Von Anfang unterstützt wurde das junge Unternehmen unter anderem vom GründerCenter der Erste Bank, wo sich Gründerinnen und Gründer sowie Start-up-Teams beraten lassen können.
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Was macht das Triebwerk so besonders?
Das neuartige Triebwerk von Gate Space kann sehr fein und in Echtzeit messen und dosieren, wieviel Schub es produziert. Das sei besonders wichtig, um Satelliten präzise und verlässlich zu steuern, erklärt Novak: "Man kann sich das wie eine Art 'Tempomat' im All vorstellen, der sich automatisch an wechselnde Bedingungen anpasst und stets verlässlich die Wunschleistung liefert."
Das ermöglicht exakte Manöver im Orbit oder eine Neupositionierung zur Kollisionsvermeidung. Durch die präzise Steuerung sollen mit den Gate-Space-Triebwerken auch so genannte "Rendezvous-Manöver" möglich sein. Dabei dockt ein Satellit an einem anderen Satelliten an und betankt oder repositioniert ihn. Dadurch kann beispielsweise die Lebensdauer von Satelliten verlängert werden.
Erste Weltraummission steht an
Nach ausgiebigen Tests am Boden und in Vakuumkammern steht im Laufe des Jahres der erste Testeinsatz im Weltraum an. Das Antriebssystem von Gate Space wird dabei an Bord einer Falcon-9-Rakete von SpaceX in den Orbit fliegen. Dort werde es mehrere Tests durchlaufen, erklärt der CEO von Gate Space.
"Bei dieser ersten Mission sammeln wir wichtige Daten, um das Produkt weiter zu verbessern und Vertrauen bei künftigen Kunden zu schaffen", sagt Novak. Die genauen Details der Mission seien aber noch vertraulich. In den kommenden Monaten will das Start-up aber gemeinsam mit einem Kunden nähere Informationen dazu veröffentlichen.
Das Antriebssystem von Gate Space zeichnet sich auch durch seine Skalierbarkeit aus. "Es lässt sich für ganz unterschiedliche Missionen und Raumfahrzeuge nutzen - von kommerziellen Satelliten bis hin zu staatlichen Weltraumprogrammen", sagt Novak zur futurezone. Daher arbeitet das Start-up sowohl mit privaten Unternehmen als auch mit Raumfahrtagenturen wie der ESA zusammen.
Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Erste Bank und Sparkassen.
GründerCenter der Erste Bank
Für Start-ups sowie für Gründerinnen und Gründer bietet die Erste Bank und Sparkasse umfassende Beratung zur Finanzierung, Förderung sowie praktische Tipps für die Gründung und den Businessplan. Information dazu unter: https://www.sparkasse.at/gruender
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