Flugzeugrumpf mit roter Nasenverkleidung in einer Industrieanlage, umgeben von Arbeitsbühnen und Maschinen.
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Digital Life

Nachfolger des A320: Wichtigstes Airbus-Projekt wird konkret

Wenn man heute Kurz- oder Mittelstrecke fliegt, ist die Chance hoch, dass man in einen Airbus A320 einsteigt. Das Modell ist das meistverkaufte Passagierflugzeug aller Zeiten und die essenzielle Cash Cow für Airbus. Mit keiner anderen Flugzeugfamilie macht das Unternehmen so viel Umsatz. 

Auch wenn der A320 nach wie vor sehr erfolgreich ist, kommt die Modellfamilie langsam in die Jahre. Die Indienststellung erfolgte bereits 1988. Die Erstkunden waren Air France und British Caledonian, wobei letztere Airline heute gar nicht mehr existiert. 

eAction

Darum laufen beim europäischen Flugzeugbauer die Vorbereitungen für das Nachfolgeprojekt. Wie CEO Guillaume Faury in einem Interview mit der Fachzeitschrift Aviation Week bestätigte, wird das intern unter dem Projektnamen eAction geführte Programm für einen offiziellen Start im Jahr 2030 vorbereitet. Bei Airlines sollen die ersten Maschinen in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre Linienflüge durchführen.

Mann im Anzug mit hellblauer Krawatte blickt leicht lächelnd zur Seite.

Airbus CEO Guillaume Faury

Laut Faury befindet sich das Unternehmen voll im Zeitplan und arbeitet bereits an konkreten Forschungs- und Technologieentwicklungen, Simulationen sowie mehreren Vorprojektstudien. Dabei werden in Zusammenarbeit mit Partnern verschiedene Optionen für die Tragflächen, den Rumpf, das Antriebssystem und die industriellen Fertigungsprozesse evaluiert.

Milliardendarlehen

Für diese Entwicklung braucht man auch Geld. Und genau dieses gibt es bei Airbus jetzt auch. So hat die Europäische Investitionsbank (EIB) dem Flugzeugbauer am Montag ein Darlehen von einer Milliarde Euro genehmigt

Weitere 2 Milliarden sollen folgen. Ein Teil dieses Geldes dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die Entwicklung des A320-Nachfolgers fließen. 

Evolution statt Revolution

Auch wenn der A320-Nachfolger für Airbus zweifelsohne das wichtigste Projekt aller Zeiten ist, dürfte der Jet technisch eher evolutionär als revolutionär sein. Pläne für einen möglichen Wasserstoffantrieb wurden verworfen und sind im genannten Zeitplan auch kaum realistisch. 

Stattdessen soll der A320-Nachfolger vor allem spritsparender sein. Laut früheren Informationen von Airbus zu der kommenden Generation plane man eine Steigerung von 20 bis 30 Prozent bei der Treibstoffeffizienz. Zudem soll das Flugzeug für den vollständigen Betrieb mit nachhaltigen Flugkraftstoffen (SAF) ausgelegt sein.

Beliebter A320

Eine der größten Herausforderungen für Airbus dürfte der immer noch anhaltende Markterfolg des A320 sein. Die A320-Familie verzeichnet insgesamt 20.169 Bestellungen, wovon bisher 12.670 ausgeliefert wurden. 11.374 Maschinen sind derzeit im aktiven Dienst.

Angesichts eines verbleibenden Auftragsbestands von 7.499 Flugzeugen – davon allein 5.615 Einheiten der größeren Variante A321neo – verfügt Airbus selbst bei Erreichen des geplanten Produktionsziels von 75 Maschinen pro Monat bis Ende 2027 über eine Auslastung von mehr als 100 Monaten, wie Simple Flying vorrechnet. Das dürfte dazu führen, dass die A320-Produktion parallel zu der des Nachfolgers fortgesetzt werden wird.

A220

Das jüngste Flugzeugmodell von Airbus ist der A220. Dieser basiert eigentlich auf dem Flugzeug eines anderen Herstellers. Bombardier stellte das Konzept erstmals im März 2005 unter dem Namen CSeries vor, nachdem bereits 2004 erste Pläne für einen Regionaljet mit 110 bis 160 Sitzen präsentiert worden waren. 

Ursprünglich sollte das Flugzeug 2008 erstmals fliegen und 2010 in den Liniendienst gehen, doch massive Verzögerungen bei der Entwicklung und explodierenden Kosten brachten Bombardier in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Das mündete darin, dass das gesamte Projekt verkauft wurde. 

Im Juli 2018 stieg Airbus mit einer Mehrheitsbeteiligung ein und benannte die CSeries in A220 um. Der Deal war für Airbus äußerst günstig: Der europäische Konzern übernahm zunächst 50,01 Prozent der Anteile für lediglich einen symbolischen Dollar. Im Februar 2020 erhöhte Airbus seinen Anteil auf 75 Prozent, bevor Bombardier im Dezember 2021 seine verbliebenen 34 Prozent für 591 Millionen Dollar verkaufte.

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Thomas Prenner

ThPrenner

KURIER-futurezone Chefredakteur. Beschäftigt sich viel mit Dingen, die man täglich nutzt und schreibt darüber. Sitzt außerdem gerne am Fahrrad.

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