Start-ups
02.01.2018

A1: "Jede Idee kann überall auf der Welt Erfolg haben"

A1-Technikvorstand Marcus Grausam im Interview © Bild: A1

Marcus Grausam, Technikvorstand von A1, sieht die Start-up-Szene als wichtigen Innovations- und Arbeitsgeber. Im Interview verrät er, was sein Lieblings-Start-up ist.

Welche Rolle spielen Start-ups für die österreichische Wirtschaft?
Marcus Grausam: Start-ups sind aus der Wirtschaft in Österreich nicht mehr wegzudenken. Das betrifft sowohl den Innovationsgeist als auch das Thema Wachstum und Arbeitsplätze.

In welchen Bereichen sehen Sie die größten Chancen für Erfolge?
Der wesentliche Vorteil, den das Konzept „Start-up“ im Vergleich zu anderen Entwicklungen der Wirtschaft hat: Jede Idee kann überall auf der Welt erfolgreich werden. Die Abhängigkeiten zu bestehenden Branchen oder historisch gewachsenen Stärken ist nicht mehr der Erfolgsfaktor. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass mit Runtastic eine App aus Österreich den Breitensport weltweit maßgeblich verändern wird?

Was ist Ihr österreichisches Lieblings-Start-up?
Natürlich sind imposante Exits, wie jene von Runtastic oder Shpock, beeindruckend und inspirierend. Meine persönlichen Favoriten sind aber in ganz anderen Bereichen zu Hause: Ready2Order zum Beispiel. Hier hat ein Start-up aufgrund einer Gesetzesänderung, der Registrierkassenverordnung, die Chance am Schopf gepackt und sein Produkt mit unserer Hilfe innerhalb kürzester Zeit zur Marktreife gebracht.

Inwiefern dockt A1 in der Szene an?
Wir suchen Start-ups nach zwei Kriterien aus: Verbessert ein Start-up unsere bestehenden Produkte? Dann finden wir es spannend. Oder: Können wir mit der Kooperation mit einem Start-up unser Produktportfolio erweitern? Es geht also ganz stark um das Thema Innovation.

Welche Innovationen sind für A1 besonders interessant?
Aktuell sehen wir einen spannenden Trend: Mit anonymen Datenanalysen lassen sich ganze Branchen neu denken. Sie können plötzlich Aussagen darüber treffen, wie viele Menschen potenziell ein Plakat gesehen haben oder wie gut öffentliche Verkehrsmittel ausgelastet sind. Start-ups, die sich mit solchen Themen beschäftigen, finden in uns einen exzellenten Partner.

Welche Aktivitäten setzen Sie, um die Start-up-Szene zu stärken?
Wir sind seit einigen Jahren im Start-up-Umfeld umtriebig und werden das auch weiterhin sein. Mit „Austria’s Next Top Start-up“ haben wir gemeinsam mit der futurezone heuer zum fünften Mal einen der relevantesten Start-up-Wettbewerbe in Österreich veranstaltet. Unser „A1 Start Up Campus“ wächst damit auch weiter.

Wie entwickelt sich der Campus? Was werden dort die nächsten Schritte sein?
Wir haben mit einem Start-up vor sechs Jahren begonnen und haben nun bereits neun Firmen am Campus in Wien. Diese Unternehmen haben seither über 100 Arbeitsplätze geschaffen. Langsam wird also der Platz eng.

Dieser Artikel entstand im Zuge einer Kooperation zwischen A1 und futurezone im Rahmen der futurezone Awards.