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Spionage Details: PRISM erlaubt Echtzeitüberwachung.

Foto: Washington Post
Die Washington Post hat 4 neue Slides zu PRISM veröffentlicht. Demnach werden derzeit über 100.000 Personen in Echtzeit überwacht – die NSA bekommt eine Mitteilung, sobald sich das Ziel in einen Dienst einloggt, eine E-Mail verschickt oder einen Chat startet. Die dazu benötigte Hardware des FBI soll direkt bei Google, Apple und Co. installiert sein.

Die Washington Post hat 4 neue Grafiken veröffentlicht, die aus den geheimen Präsentationsunterlagen für PRISM stammen. Die Slide bestätigen einige Vermutungen, die nach der ersten Enthüllung von PRISM angestellt wurden. Sie liefern auch Details über die Systematik, die hinter dem Überwachungsapparat steckt.

Wenn ein NSA-Analyst mit PRISM eine Person überwachen will, gibt er „Selectors", die wie Suchbegriffe funktionieren, ein. Die Anfrage zur Überwachung wird automatische an einen Vorgesetzten weitergeleitet. Dieser kontrolliert die Selectors und muss mit „51 prozentiger Überzeugung" dem Analysten zustimmen, dass das Ziel kein US-Bürger ist und sich nicht in den USA aufhält.

Bei bereits gespeicherten Verbindungsdaten, werden die Selectors mit der FBI Datenbank abgeglichen, um sicher zu gehen, dass das Ziel kein US-Bürger ist. Bei der Live-Überwachung wird dies laut der Washington Post nicht gemacht. Ist die Überwachung genehmigt, werden die Daten über FBI-Equipment, das direkt bei den kooperierenden Unternehmen untergebracht ist (Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, PalTalk, YouTube, Skype, AOL, Apple) gesammelt und ohne weitere Überprüfung der NSA weitergeleitet.

Wenn die Kommunikationsdaten gesammelt wurden, werden sie an die „Kunden", in dem Fall das FBI, CIA oder die NSA, gesendet. Bei der NSA werden jetzt weitere Filter- und Analysetools eingesetzt. Wurden die Daten durch Verbindungen außerhalb der USA generiert, werden sie bis zu 5 Jahre gespeichert. Ist die Verbindung innerhalb der USA entstanden, werden die Daten dieses Kommunikationsvorganges gelöscht.

Pintura heißt der übergeordnete Filter. Scissors und Protocol Exploitation teilen die Art der Daten auf und leiten sie weiter an Nucleon (Sprache), Pinwale (Video), Mainway (Telefonie-Verbindungsdaten) und Marina (Internet- Verbindungsdaten).

Live-Überwachung
Die wahrscheinlich interessanteste Grafik zeigt einen Screenshot des Web-Interface von PRISM. Laut der Washington Post stammt dieser vom 5. April. Diese zeigt 117.675 Einträge in der Terrorismusbekämpfungs-Datenbank von PRISM. Diese Ziele sollen alle in Echtzeit überwacht werden.

Für die überwachten Personen können „Case Notifications" an die NSA-Analysten oder andere Geheimdienste verschickt werden. Wenn der Provider dies unterstützt, werden Echtzeit-Hinweise verschickt, wenn das Ziel sich in einen der Dienste einloggt, eine E-Mail verschickt oder einen Voice- und Videochat startet oder beendet. Welche der 9 Partner-Unternehmen (Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, PalTalk, YouTube, Skype, AOL, Apple) die Echtzeit-Berichte unterstützen ist nicht bekannt.

Aus den Grafiken und dem Artikel der Washington Post geht nicht hervor, ob die Geheimdienste durch PRISM auch direkten Zugriff auf die Inhalte haben, also etwa den Text einer E-Mail, oder nur auf die Verbindungsdaten (Sender, Empfänger, Versandzeitpunkt, Größe der E-Mail).

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(futurezone/futurezone) Erstellt am 30.06.2013, 09:00

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