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Online-Musik EU: Neue Regeln für Musiklizenzen beschlossen.

Das EU-Parlament hat einer Neuregelung der Musiklizenzierung zugestimmt
Das EU-Parlament hat einer Neuregelung der Musiklizenzierung zugestimmt - Foto: Fotolia
Das EU-Parlament stimmte am Dienstag einer Neuregelung des Musikverkaufs im Internet zu. Verwertungsgesellschaften müssen künftig auch nicht-kommerzielle Lizenzen erlauben.

Der digitale Musikmarkt in Europa wächst rasant, doch nationale Regelungen haben bisher den Verkauf teuer und bürokratisch gemacht. In Zukunft soll es für Online-Musikanbieter in der EU einfacher werden, europaweite Lizenzen für Musikstücke zu erhalten.  Unternehmen am digitalen Musikmarkt wie Spotify, Deezer oder Juke müssen dann Musikrechte nicht mehr mit 28 einzelnen Staaten klären. Zudem sollen die Interessen der Künstler besser geschützt und Lizenzgebühren schneller ausgezahlt werden. Künstler sollen auch Lizenzen für nicht-kommerzielle Nutzungen vergeben können. Das sehen neue Regeln für Musiklizenzen vor, denen das EU-Parlament am Dienstag mit großer Mehrheit zustimmte.

Künstler können „frei wählen“

„Alle profitieren, wenn es leichter wird, in verschiedenen Ländern Lizenzen für die Vermarktung von Musik zu erhalten“, sagte die Berichterstatterin, die französische Christdemokratin Marielle Gallo. Die Richtlinie sei ein „deutliches Signal dafür, dass Urheberrechte leicht auf das Internet übertragen werden können“. Die Künstler sollen künftig selbst entscheiden können, von welcher Verwertungsgesellschaft welchen Landes sie sich vertreten lassen wollen. „Wenn ein Künstler sich einen besseren Schutz von der Verwertungsgesellschaft eines anderen Landes verspricht, kann er frei wählen“, sagte die deutsche grüne Abgeordnete Helga Trüpel.

Mehr Transparenz

Die Verwertungsgesellschaften sollen zudem für mehr Transparenz bei ihrer Arbeit sorgen. „Verwertungsgesellschaften sollen zukünftig verpflichtet werden, über ihre Aktivitäten präzise zu berichten, damit nachvollzogen werden kann, wie die Werke genau genutzt werden“, sagte Trüpel. Das werde „Künstlern helfen, besser von ihren Rechten zu profitieren“, sagte Bernhard Rapkay, Sozialdemokrat und Mitglied des Rechtsausschusses.

Nicht-kommerzielle Nutzung

Die EU-Richtlinie sieht auch vor, dass Verwertungsgesellschaften künftig ihren Mitgliedern freie und alternative Lizenzen, wie etwa Creative Commons zur nicht-kommerziellen Nutzung ihrer Werke erlauben müssen. (Die futurezone berichtete)Bislang stemmten sich das Gros der europäischen Verwertungsgesellschaften gegen den Einsatz solcher alternativer Lizenzmodelle. Nun müssen sie Künstlern diese Möglichkeit einräumen und ihre Mitglieder auch über dieses Recht aufklären.

Ab 2016

Die neuen Regeln für Musiklizenzen in der EU werden voraussichtlich ab 2016 gelten. Nach dem EU-Parlament muss noch der EU-Rat zustimmen. Danach haben die Mitgliedsstaaten zwei Jahre Zeit die Richtlinie in nationales Recht zu übersetzen.

(futurezone, dpa) Erstellt am 04.02.2014, 16:33

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