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Atomkraft-Start-ups haben wenig Interesse an Sicherheit

Durch den Energiehunger der Datencenter feiert die Atomkraft seit einiger Zeit ein Comeback. Die Trump-Regierung will die Produktion von Atomstrom bis 2050 vervierfachen. Start-ups, die neuartige Mini-Reaktortypen entwickeln, geben den Ton an. Dazu gehören Firmen wie TerraPower von Bill Gates, das von Sam Altman unterstützte Oklo und Antares Nuclear. Einige der neuen Firmen sträuben sich allerdings davor, einem wichtigen Regelwerk beizutreten.

Das Institute of Nuclear Power Operations (INPO) wurde 1979 als Reaktion auf den Reaktorunfall im Kernkraftwerk „Three Mile Island“ gegründet. Mitglieder verpflichten sich, strenge Sicherheitsauflagen einzuhalten und an Schulungen der INPO teilzunehmen. Alle großen AKW-Betreiber sind Mitglied der INPO. Das strenge Regelwerk gilt in der Branche als bewährt: Seit damals gab es in den USA keine Atomunfälle dieses Ausmaßes mehr.

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Start-ups skeptisch bei altgedienten Regeln

Im Silicon Valley kochen die Energie-Start-ups allerdings ihr eigenes Süppchen: Sie wollen nicht nur komplett neuartige Anlagen mit anderen Reaktortypen bauen, sondern offenbar auch von der INPO und ihren altgedienten Regeln wenig wissen, wie ein Bericht von E&E News nahelegt.

Eine spezielle Förderschiene der Trump-Regierung begünstigt diese Atomenergie-Start-ups. Teil der Neuausrichtung unter Trump sind außerdem weniger Inspektionen und veränderte Zulassungsverfahren. Von einem INPO-Beitritt wollen viele der Neuen im Feld der Atomenergie offenbar wenig wissen: Von neun Start-ups, die Teil der Förderschiene des US-Energieunternehmens für zukunftsweisende Atomkraftwerke sind, ist bisher erst eines der INPO und ihren Sicherheitsauflagen beigetreten.

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Atom-Platzhirsche sind besorgt

In der Branche war es bisher Usus, dass man auch die freiwilligen Auflagen der INPO einhält. Man war sich einig: Ein Unfall würde die gesamte Branche gefährden. Im Falle eines Unfalls droht den Betreibern nicht nur ein Imageschaden – das hätte auch eine Abschaltung von Anlagen zur Folge, was hohe Kosten nach sich ziehen würde.

Mit zu vielen Auflagen wollen sich die Start-ups aus dem Silicon Valley aber offenbar nicht aufhalten. Beim Beitritt sind sie zögerlich, weil mehr Auflagen für sie auch höhere Kosten bedeuten – die gerade bei Start-ups ein Problem sind. Fragt man die Start-ups nach dem Grund für das Zögern, sagen sie oft, dass die Sicherheitsregeln für große Reaktoren und entsprechende Kühlsysteme entwickelt wurden. Teilweise sei das Rahmenwerk daher unpassend.

Ein Berater des Atom-Start-ups Aalo sagte, dass man sich die Anpassung des INPO-Regelwerks für kleinere Unternehmen erst genauer ansehen müsse. „Es ist derzeit noch zu früh, um uns ohne ein besseres Verständnis des Aufsichtsprozesses der NRC für kommerzielle Mikroreaktoren vollständig auf die Umsetzung des INPO-Rahmenwerks festzulegen,“ sagte er zu E&E News. NRC steht für Nuclear Regulatory Commission, die zuständige Regulierungsbehörde der USA.

Es gibt aber auch Ausnahmen wie das von Gates unterstützte TerraPower oder NuScale Power, die sich der INPO unterstellt haben. Mit 7 weiteren Start-ups hat die INPO Geheimabkommen getroffen, und mit 9 weiteren verhandelt sie.

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Oft noch Jahre bis zum Betriebsstart

Die wenigsten Start-ups stehen vor dem Betriebsstart. Viele haben zwar schon Pläne auf dem Papier, die Umsetzung wird jedoch noch Jahre dauern. Vielleicht schaffen sie es bis dahin, zusammen mit der INPO das Rahmenwerk zu überarbeiten, sodass es für ihre Reaktortypen besser passt. 

Die hohe Bedeutung der Sicherheit von AKW ruft auch ein bevorstehendes Jubiläum in Erinnerung: Am 26. April 1986 jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal.

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