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Trumps „tödlichstes Kriegsschiff der Welt” hat eine Railgun

US-Präsident Trump hat schon im September angekündigt, dass er die Klasse der Schlachtschiffe zurückbringen will. Damals wurde das als eine seiner vielen Launen und Aussagen mit wenig Substanz gewertet. Jetzt wurde aber tatsächlich das Konzept vorgestellt, das die obsolete Kriegsschiffs-Kategorie wieder zurück auf die Ozeane bringen soll.

Das erste Schiff der Trump-Klasse soll USS Defiant heißen

Eigentlich ist es nicht überraschend, dass die neue Klasse als Trump-Klasse vorgestellt wurde. Eine der Konzeptgrafiken enthält einen Seitenhieb auf die Kritiker von Trumps Schlachtschiff-Plänen. Auf der Rückseite ist nicht nur ein Bild von Trump mit erhobener Fast zu sehen, sondern auch der Schiffsname „Defiant“.

Übersetzt bedeutet das nicht nur „herausfordernd“, sondern auch „trotzig“. Übrigens wird üblicherweise wird das erste Schiff einer neuen Klasse nach der Klasse benannt – also eigentlich sollte es die USS Trump statt USS Defiant sein, wenn es nicht darum ginge, den Seitenhieb zu platzieren.

Offizielle Konzeptgrafik der Trump-Klasse von der US Navy

Railgun an Bord

Die US Navy bezeichnet die Trump-Klasse als „das tödlichste Kriegsschiff, das jemals gebaut wurde“. Die USS Defiant, das erste Schiff der neuen Klasse, habe zudem „die zerstörerischste Feuerkraft, mit der jemals ein Schiff in See gestochen ist.“

Typischerweise werden Schlachtschiffe, die ihre goldene Zeit im Zweiten Weltkrieg hatten, über die Größe und Anzahl ihrer Hauptgeschütze definiert. Die Iowa-Klasse, die sogar noch im Zweiten Golfkrieg zum Einsatz kam, hatte insgesamt 9 Geschütze im Kaliber 406 mm.

Die USS Defiant hat aber nur 2 Kanonen im Kaliber 127 mm. Die Iowa-Klasse hatte 20 Kanonen in diesem Kaliber, zusätzlich zu den 406ern.

Dafür soll die Defiant aber eine Bewaffnung haben, die alle derzeit aktiven Schiffsgeschütze in den Schatten stellt: eine Railgun. Diese ist mittig am Bug befestigt, die 127-mm-Kanonen befinden sich dahinter, auf der linken und rechten Seite.

Konzeptgrafik der Trump-Klasse

Das ist eine ähnlich große Überraschung wie die Rückkehr der Schlachtschiffe. Denn die US Navy hat die Entwicklung der Railgun im Jahr 2021 offiziell aufgegeben, obwohl über 10 Jahre daran gearbeitet wurde.

➤ Mehr lesen: Navy gibt Railguns auf, setzt auf Hyperschall-Raketen

10 kg schwere Hyperschall-Projektile

Ein spannendes Detail ist, dass die Stärke der Railgun von der US Navy mit 32 Megajoule angegeben wird. Das ist genau die Leistung, die der Navy-Prototyp damals hatte. Es ist auch die Leistung der Railgun, die der Rüstungskonzern General Atomics kürzlich bei einer Hausmesse der US Army gepitcht hat.

General Atomics will Railguns in 3 Größen anbieten

Damals war das Ziel der Navy, dass die 32-MJ-Kanone eine Einsatzreichweite von bis zu 360 km hat. Die Projektile dafür wiegen 10 kg und sind 46 cm lang. In Tests an Land erreichten sie eine Geschwindigkeit von über Mach 7, also mehr als 8.500 km/h –schneller als 2,3 Kilometer pro Sekunde. Ab Mach 5 spricht man von Hyperschallgeschwindigkeit.

Was ist eine Railgun?

Die Railgun funktioniert ähnlich wie ein Katapult. Ein Schlitten läuft zwischen 2 Schienen – daher auch der Name Railgun (rail = Schiene). Eine Schiene ist positiv, die andere negativ geladen. Durch den stromleitenden Schlitten wird der Kreislauf zwischen den beiden Schienen geschlossen.

Dadurch entsteht ein Magnetfeld. Dies erzeugt Lorentzkraft, bei der ein Magnetfeld Kraft auf bewegte Ladungen ausübt. Der Schlitten wird dadurch beschleunigt, entgegen der Richtung der Energiequelle, also hin zur Mündung der Railgun. Das Projektil auf dem Schlitten wird dadurch mit extrem hoher Geschwindigkeit weggeschossen.

Vorteile von Railguns:

  • Mehr als die 10-fache Reichweite eines normalen Geschützes möglich
  • Gelenktes Railgun-Projektil kostet weniger als 20 Prozent einer Rakete
  • Platz- und Gewichtsersparnis bei der Munition: Treibladungen für Granaten/Geschosse sind nicht mehr notwendig

Nachteile von Railguns:

  • Hohe Hitze beim Schießen beschädigt Schienen und andere Bauteile und reduziert so die Haltbarkeit
  • Hoher Anspruch an die elektrischen Systeme von Schiffen/Fahrzeugen, wegen des Energiebedarfs

➤ Mehr lesen: Was ist eine Railgun?

Durch die hohe Geschwindigkeit entspricht die Aufschlagsenergie am Ziel in etwa der Explosion von 4 Kilogramm C4, obwohl das Projektil keinerlei Sprengstoff enthält. Entgegen klassischen Geschützen von Schlachtschiffen sollten die Railgun-Projektile zudem lenkbar sein, um eine höhere Präzision zu erreichen und auch um bewegliche Ziele treffen zu können.

Was die Reichweite angeht, ist die Railgun den 406-mm-Geschützen weit überlegen: Die kommen nur auf etwa 38 km. Dafür hatten die eine weit höhere Zerstörungskraft. Während bei der Railgun die Mündungsenergie 32 MJ beträgt, sind es bei den 406ern bis zu 355 MJ. Selbst die „leichte“ Hochexplosiv-Granate mit 862 kg Gewicht hinterließ beim Einschlag an Land einen Krater, der bis zu 15 Meter breit und 6 Meter tief war.

Das Schlachtschiff USS Iowa feuert eine volle Breitseite ihrer 406mm-Kanonen ab. Die Aufnahme entstand bei einer Übung im Jahr 1984

Bindeglied zwischen Geschütz und Rakete

Die Railgun soll, so zumindest damals von der US Navy geplant, ohnehin nicht die Feuerkraft der echten Schlachtschiffe emulieren. Stattdessen soll sie ein Bindeglied zwischen klassischen Geschützen und Raketen sein: Mehr Reichweite und Präzision als eine Kanone, aber geringere Kosten als eine Rakete. Die Navy peilte damals Stückkosten von 50.000 US-Dollar für ein gelenktes Railgun-Projektil an.

Ein Modell des Railgun-Projektils der US Navy

Selbst wenn es heute 100.000 US-Dollar sind, ist das weit günstiger als eine moderne Rakete. Die Antischiffsrakete NSM, mit in der aktuellen Ausführung über 300 km Reichweite haben soll, hat einen Stückpreis von über 2 Millionen US-Dollar.

Ein weiterer Vorteil: Die Railgun-Munition ist kleiner und leichter als Raketen mit vergleichbarer Reichweite. Dadurch kann viel mehr Munition mitgenommen werden und die Defiant kann länger im Einsatz blieben, bevor sie einen Hafen ansteuern muss, um die Raketen in den vertikalen Startsystemen (VLS) nachladen zu lassen.

Droht ein Zumwalt-Schicksal?

Wer mit den Entwicklungen der US Navy vertraut ist, dem kommen diese Pläne und Versprechen möglicherweise bekannt vor. Auch die Zumwalt-Klasse sollte ein Geschütz bekommen, das Raketen ersetzen kann. Das fehlgeschlagene Projekt brachte der Klasse den Ruf ein, „das unnötigste Schiff der Flotte“ zu sein.

➤ Mehr lesen: Zumwalt: Hyperschallraketen für das "unnötigste Schiff der Flotte"

Der gesamte vordere Teil der Zumwalt-Klasse wurde um das AGS (Advanced Gun System) herumdesignt. So wurde sichergestellt, dass die 2 Geschütze, ihre jeweils 300 Schuss fassenden Magazine und die Autolader genügend Platz haben.

Die Geschütze sollten das Long-Range Land Attack Projectile (LRLAP) verschießen. Das knapp 105 kg schwere Projektil war GPS-gesteuert und sollte so auf bis zu 120 km Entfernung Ziele mit der Genauigkeit einer Rakete treffen. Mit einer Feuerrate von 10 Schuss pro Minute, hätte die Zumwalt mit ihren 2 Geschützen alle 3 Sekunden ein LRLAP abfeuern können.

Gepaart mit dem großen Munitionsvorrat an Bord und der hohen Reichweite gegenüber herkömmlicher Schiffsgeschützen, wäre damit eine gewaltige Feuerkraft gegen Schiffe und Landziele möglich gewesen. Die Zumwalt hätte so eine Art modernes Revival für Schlachtschiffe sein sollen.

Mit ihren Geschützen hätte die Zumwalt ebenfalls Küstenziele angreifen sollen, für die sonst Flugzeuge oder Marschflugkörper nötig wären. Kampfjets, die von Flugzeugträgern starten, können nur begrenzt Bomben und Raketen mitführen und sind außerdem anfällig für Luftabwehr.

Die Navy hat sich dann aber gegen LRLAPs entschieden. Denn ein Schuss hat 800.000 US-Dollar gekostet, statt der geplanten 68.000 US-Dollar. Da kommt man schon nahe an die Kosten einer Rakete. Ein moderner Tomahawk kostete im Jahr 2016, als die Navy die Entscheidung gegen LRLAP getroffen hatte, zwar das Doppelte, hat mit über 1.600 km aber deutlich mehr Reichweite und mit 450 kg konventionellem Sprengstoff mehr Durchschlagskraft.

Bei 300 Schuss LRLAP pro Geschütz plus weitere 150 Schuss, die im Schiff in Reserve gelagert geworden wären, hätte das 600 Millionen US-Dollar gekostet. Um dieses Geld könnte die Navy schon 9 Stück F/A-18 Kampfjets kaufen, die auf ihren Flugzeugträgern eingesetzt werden.

Wohlgemerkt, ist sind das die Kosten pro Schiff: Hätte die Navy alle 3 geplanten Zumwalt-Schiffe voll mit LRLAP bestückt, wären das 1,8 Milliarden US-Dollar gewesen. Das reicht immerhin für 18 F-35C Stealth-Fighter, die die US Navy ebenso auf ihren Flugzeugträgern nutzt.

Die US Navy hatte schlussendlich lediglich 150 LRLAP gekauft, um die Zumwalt-Klasse zu testen. Nachdem diese bei Tests verschossen wurden, gab es nichts mehr.

Die Navy hätte einen Ersatz für LRLAP entwickeln müssen, was wieder Geld gekostet hätte. Sie entschied sich, die 155-mm-Geschütze gar nicht zu nutzen. Sie waren auf der Zumwalt also inoperabel – obwohl das Schiff von Anfang an rund um sie und LRLAP designt wurde.

Mit dieser Entscheidung wurde der Zumwalt ihre Primärfunktion genommen. Das wäre so, als hätte sich die Air Force entschieden, die A-10 nach der Entwicklung ohne Munition für die ikonische 30mm-Gatling-Maschinenkanone GAU-8/A fliegen zu lassen.

➤ Mehr lesen: Warzenschwein unerwünscht: Warum die Ukraine die A-10 nicht haben will

140 Startzellen für Raketen

Bei der Defiant wäre der Schaden weniger groß, falls die Railgun scheitert. Denn die ist nicht die Hauptattraktion, sondern nur eines von vielen Waffensystemen. Als Hauptbewaffnung listet die Navy VLS, weshalb die Trump-Klasse offiziell ein Lenkwaffen-Schlachtschiff ist (BBG = Battleship Guided).

Datenblatt der USS Defiant, die das erste Schiff der Trump-Klasse werden soll

Insgesamt sind 140 Zellen vorgesehen, was also mindestens 140 Raketen bedeutet. Das scheint für ein Schiff dieser Größe etwas wenig zu sein. Mit über 35.000 Tonnen ist die Defiant 3x größer als übliche Zerstörer der US Navy. Auch die Kreuzer Ticonderoga-Klasse kommen nur knapp auf 10.000 Tonnen, haben aber trotzdem 122 VLS-Zellen.

Der Unterschied ist, dass die Defiant 128 Zellen des üblichen Mk41 VLS hat, aber 12 Zellen für das größere CPS VLS (Conventional Prompt Strike). Damit sollen Hyperschallraketen mit besonders hoher Reichweite gestartet werden.

Bei dem CPS handelt es sich vermutlich um dasselbe CPS, mit dem gerade bei der Zumwalt-Klasse die munitionslosen Kanonen ersetzt werden. Dort ist vorgesehen, dass jede Zelle einen Abschussbehälter (APM) hat, in dem 3 Hyperschallraketen passen. Die Defiant hätte also in ihren 12 Zellen insgesamt 36 Hyperschallraketen, was die Zahl der Raketen an Bord auf 164 erhöht.

Auf diesem Slide aus dem Jahr 2021 ist das APM zu sehen

Die Hyperschallrakete wird voraussichtlich die Navy-Variante von Dark Eagle sein, die gemeinsam mit der US Army entwickelt wird. Diese soll eine Reichweite von über 3.500 km haben.

➤ Mehr lesen: US-Hyperschallrakete Dark Eagle hat überraschend kleinen Sprengkopf

Die Navy betont zudem, dass die Defiant Atomwaffen an Bord haben wird. Diese werden Marschflugkörper mit Atomsprengkopf (SLCM-N) sein, die derzeit entwickelt werden. SLCM-N wird vermutlich aus den normalen Mk41-Zellen gestartet werden, so wie etwa der Marschflugkörper Tomahawk.

6 Laserwaffen

Railgun, Hyperschallraketen… da fehlt nur noch eine Technologie, um das Trio der Hightech-Kriegsführung zu komplementieren: Laser. Auch die soll die Defiant an Bord haben. Laut der Navy sind 2 Stück vorgesehen, entweder mit 300 oder 600 kW Leistung. Noch gibt es keine einsatzfähigen 300-kW-Laser und schon gar nicht welche mit 600 kW. Allerdings arbeiten mehrere Rüstungskonzerne daran, diese Leistungen zu erreichen.

Mit einem 300-kW-Laser könnten Ziele auf eine Entfernung von bis zu 20 km zerstört werden. Aufgrund der Bedingungen am Meer wird die effektive Reichweite aber eher bei bis zu 10 km liegen. Ein 600-kW-Laser könnte tatsächlich eine effektive Reichweite von bis zu 20 km unter Gefechtsbedingungen erzielen.

Die Laserwaffen auf Schiffen dienen vorrangig dem Selbstschutz gegen Drohnen, anfliegende Raketen und Drohnenboote. Ein Schuss kostet nur ein paar Dollar, gegenüber einer Luftabwehrrakete, die mehrere Millionen Dollar kosten kann. Zudem haben Laser theoretisch unendlich Munition, solange die Generatoren des Schiffs genügend Energie erzeugen.

Unendlich lange schießen können sie aber nicht, da die bisher entwickelten Laser nach ein paar Minuten Feuern eine Abkühlphase benötigen. Das soll verhindern, dass die Komponenten permanent beschädigt werden. Dennoch dürften Laser gerade bei Schwarmangriffen von Drohnen einen wichtigen Beitrag zur Abwehr leisten.

Weiters soll die Defiant 4 ODIN-Laser bekommen. Diese haben eine geringere Stärke, können aber noch kleine Drohnen auf kurze Entfernung zerstören oder als Dazzler genutzt werden. Dabei werden die optischen Systeme von Drohnen und Raketen geblendet, damit sie ihr Ziel nicht mehr erfassen können.

Grafische Darstellung der USS Defiant

Bewährte Waffen zur Luftabwehr

Weil sich die Navy nicht voll auf Laserwaffen verlassen will, soll die Defiant auch bereits erprobte Abwehrsysteme bekommen. Dazu gehören 2 RAM-Starter (Luftabwehrraketen für kurze Distanzen) und 4 30-mm-Maschinenkanonen. Damit ist das System MK38 Mod4 gemeint, welches die Kanone Bushmaster II nutzt.

Die Feuerrate beträgt bis zu 200 Schuss pro Minute. Die effektive Reichweite, je nach Munition, beträgt bis zu 5 km. Es kann Airburst-Munition genutzt werden. Diese explodiert in der Luft und erzeugt eine Splitterwolke, ohne, dass das Ziel direkt getroffen werden muss. Dadurch steigt die Trefferquote bei kleinen und agilen Zielen, wie Drohnen.

Auch die 127mm-Geschütze können mit entsprechender Munition zur Luftabwehr genutzt werden. Ähnliches gilt für die Railgun. Durch die hohe Geschwindigkeit des Projektils und die Reichweite, würde sie sich u. a. dafür eignen, um ballistische Antischiffsraketen und Hyperschallraketen abzufangen. Japan will etwa die Railgun, die es gerade für seine Schiffe entwickelt, ebenfalls für diese Zwecke nutzen.

➤ Mehr lesen: Japan: Erstmals mit Railgun auf Schiff geschossen

Defiant ist kein klassisches Schlachtschiff

Zieht man das alles in Betracht, wirkt es so, als wurde Trump hier etwas als Schlachtschiff verkauft, das eigentlich keines ist. Auf dem Papier hat die Defiant 7 Geschütze, 6 Laser und 2 Raketenwerfer – was für modernes Kriegsschiff sehr imposant klingt. Diese dürften aber alle primär dem Selbstschutz dienen und nicht, um wie bei den früheren Schlachtschiffen, andere Schiffe und Landziele anzugreifen.

Denn dazu ist die Reichweite zu gering. Selbst, wenn die Railgun wirklich bis zu 360 km Reichweite hat, muss die Defiant näher an die Küste, um Ziele im Hinterland anzugreifen. Und wenn statt dem 10 kg Projektil ein schwereres mit höherer Zerstörungskraft genutzt werden soll, wird die Reichweite wohl noch weiter sinken. Und dann ist die Defiant ihrerseits in der Reichweite von Drohnen und Schiffsabwehrraketen, die von Land gestartet werden.

China hat etwa mit dem YJ-12B landgestartete Antischiffsraketen auf mehreren Inseln im Südchinesischen Meer platziert. Diese haben eine Reichweite von bis zu 460 km und einen bis zu 500 kg schweren Gefechtskopf. Ebenfalls in Chinas Arsenal: Hyperschallraketen zur Bekämpfung von Seezielen mit etwa 500 km Reichweite und ballistische Antischiffsraketen, mit bis zu 4.000 km Reichweite.

Gegen China sollte die Defiant also nicht wie ein klassisches Schlachtschiff eingesetzt werden, um mit Geschützen Landziele zu attackieren. Stattdessen wird die Trump-Klasse wohl eher wie ein aufgeblasener Lenkwaffen-Kreuzer agieren oder ein Arsenal-Schiff mit Selbstschutzmaßnahmen. Frühere Konzepte für ein Arsenal-Schiff sahen vor, so viele VLS-Zellen wie möglich auf ein Kriegsschiff zu packen, das dann im Flottenverband für die Luftverteidigung sorgt und Landziele auf große Distanz angreift.

Eine Konzeptgrafik für ein Arsenal-Schiff aus den 1990er-Jahren

Großes Schiff = großes Ziel

Die umfangreichen Selbstschutzmaßnahmen der Trump-Klasse sind auch nötig, weil sie groß und damit ein lukratives Ziel ist. Laut Navy soll die Defiant bis zu 268 Meter lang werden. Damit ist sie sogar länger als die amphibischen Angriffsschiffe der America-Klasse (257 Meter), die auf ihrem Flugdeck Hubschrauber und die senkrechtstartende F-35B stationiert haben. Zum Vergleich: Ein Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse, der als das Rückgrat der Navy-Flotte gilt, ist 155 Meter lang.

Geht es nach den aktuellen Plänen der Navy, werden zuerst 2 Schiffe der Trump-Klasse gebaut, danach folgen 8 weitere. Insgesamt sollen 20 bis 25 Stück der Schlachtschiffe gebaut werden.

Wann die Defiant einsatzbereit sein soll, wurde nicht gesagt. Auch ist unklar, wie lange die Designphase dauern wird, bei der Trump laut eigener Aussage persönlich beteiligt ist: „Denn ich bin eine sehr ästhetische Person.“ Sollte der Baubeginn nicht noch in Trumps aktueller Legislaturperiode (bis Jänner 2029) erfolgen, steigt die Chance, dass die Trump-Klasse vom nächsten Präsidenten gestrichen wird, noch bevor sie in See sticht.

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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