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Lenovo und Motorola bekommen eigenen geräteübergreifenden KI-Assistenten

Der chinesische Konzern Lenovo hat auf der gerade stattfindenden CES in Las Vegas einen neuen KI-Assistenten namens Qira vorgestellt. Qira ist ein systemübergreifender Assistent, der sowohl auf Lenovo-PCs unter dem Microsoft-Betriebssystem Windows als auch auf Motorola-Smartphones, d.h. Android läuft. Die KI teilt sich ein "Gedächtnis" über alle Geräte des Benutzers hinweg.

"Qira ist kein weiterer Assistent, sondern eine neue Art, wie Intelligenz auf Geräten zum Einsatz kommt", sagte Lenovo-Manager Dan Dery in einer Aussendung. "Unser Ziel ist es, KI weniger als ein Werkzeug zu verstehen, das man benutzt, sondern eher als eine Intelligenz, die kontinuierlich und natürlich mit einem zusammenarbeitet." Wann das System auf Deutsch und in Deutschland bzw. Österreich angeboten wird, teilte Lenovo nicht mit.

Vorbild Apple

Lenovo verfolgt nach Einschätzung von Experten die Strategie mit Qira ein ähnlich harmonisch abgestimmtes System einzurichten, wie es Apple mit seinen Geräten gelungen ist, die nahtlos miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. 

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Lenovo wolle genau dieses nahtlose Erlebnis auch für die Windows- und Android-Welt schaffen. Qira soll etwa E-Mails schreiben oder Meetings aufzeichnen, transkribieren und zusammenfassen können.

Qira sammelt umfangreiche Daten

Eine zentrale Funktion des KI-Assistenten dürfte von Datenschützern kritisch gesehen werden. Lenovo Qira baut nämlich eine "kombinierte Wissensdatenbank auf, die vom Benutzer ausgewählte Interaktionen, Erinnerungen und Dokumente auf verschiedenen Geräten miteinander verbindet". 

In dieser Datenbank werden naturgemäß sehr viele sensible persönliche Daten landen. Lenovo betont, dass bei dem System die Privatsphäre und die Zustimmung des Benutzers im Mittelpunkt stünden.

Privatsphäre-Bedenken trotz lokaler Verarbeitung

Notwendige Daten sollen standardmäßig lokal auf dem Gerät verarbeitet werden. Die KI ist nach Angaben von Lenovo auf Systemebene integriert. Dadurch müssen Nutzer keine separate App öffnen, um sie zu verwenden, wie dies bei beliebten Chatbots wie ChatGPT von OpenAI der Fall ist. 

Doch aus Privatsphäre-Perspektive ist das problematisch: Qira bekommt dadurch alles mit, komplett sichere Kommunikation wird dadurch ausgehebelt. Denn selbst wenn Nachrichten, z. B. auf Signal oder WhatsApp Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind, liest die KI den Inhalt auf dem Gerät aus, um wie gewünscht zu funktionieren. Damit tut sich ein neues Einfallstor für Überwachung oder gezieltes Ausspionieren auf.

Microsoft hatte vergangenes Jahr die Funktion "Recall" für den hauseigenen KI-Assistenten Copilot vorgestellt, was ebenfalls KI auf die Ebene des Betriebssystems brachte. Privatsphäre-orientierte Software wie der Messenger Signal oder der Browser Brave haben die KI-Funktion damals umgehend blockiert, um die Privatsphäre ihrer User sicherzustellen.

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Lenovo ist PC-Marktführer

Der chinesische Technologie-Konzern Lenovo ist seit geraumer Zeit der unangefochtene Marktführer im globalen PC-Markt und hält mehr als ein Viertel des Weltmarktes. Der ehemals amerikanische Mobilfunkpionier Motorola aus Chicago gehört seit über 10 Jahren zu dem chinesischen Konzern. Lenovo kaufte die Mobilfunksparte von Motorola im Jahr 2014 von Google.

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