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"Bildung der Bevölkerung ist nationale Herausforderung"

Der Wiederaufstieg der asiatischen Volkswirtschaften - allen voran China - zieht weite Kreise und beeinflusst Länder weit über die eigene Region hinaus. Singapur ist einer der Staaten, die eine exzellente Ausgangsposition haben, um zu profitieren. In Alpbach wird bei den Technologiegeprächen unter dem Titel "UnGleichheit: Die neue Seidenstraße" über die Beziehungen zwischen Asien und Europa und den Einfluss der Investitionen Chinas in Infrastruktur in den Ländern an der alten Seidenstraße diskutiert. Die futurezone hat Chang-Chieh Hang von der Universität Singapur zur Strategie seines Landes bezüglich des Booms befragt.

Welches sind die wichtigsten Forschungsschwerpunkte in Singapur?
Da gibt es sehr viele: Elektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Produktionstechnik, Materialwissenschaften, Ingenieurswissenschaften, Technologie zur Förderung von Rohstoffen im Meer, Energie, Umwelt, Wasseraufbereitung, Biotechnologie, Medizin, Verhaltensforschung, um nur einige zu nennen.

Wie schafft es Singapur im Forschungbereich nicht von anderen aufsteigenden asiatischen Nationen wie China in den Schatten gestellt zu werden?
Wir kooperieren mit namhaften internationalen Forschungseinrichtungen aus der ganzen Welt und auch mit multinationalen Konzernen. Wenn es ins Konzept passt, bieten wir Singapur oft auch als Versuchslabor für neue Technologien an. Wir sind sehr flexibel, immer konzentriert bei der Sache und haben exzellente Partnerschaften zwischen privaten Unternehmen und der öffentlichen Hand.

Wie hat der Stadtstaat sich als Schnittstelle zwischen Asien und den westlichen Ökonomien positionieren können?
Ein wichtiger Punkt ist die glückliche geografische Lage. Dass Englisch die Arbeitssprache ist, war auch ein Vorteil, genau wie der Umstand, dass wir großen Wert auf den Schutz von geistigem Eigentum legen. Unsere Beziehungen zu internationalen Konzernen sind gut, wir haben eine stabile Regierung und Gesellschaft und wir haben über Jahre hinweg eine Vertrauensbeziehung zu unseren Partnern aufgebaut.

Welche Rolle will Singapur in Chinas Plänen für den Aufbau einer neuen Seidenstraße spielen?
Wir wollen eine Partnerschaft im Forschungs und Entwicklungsbereich und China dabei helfen, die südostasiatischen Märkte zu erschließen. Zudem können wir als neutraler Vermittler zwischen China und Indien in Erscheinung treten. Als Versuchslabor für neue Technologien stehen wir ebenfalls zur Verfügung.

Wie hoch sind die Ausgaben für Forschung und Bildung in Prozent des BIP?
Forschung und Entwicklung bekommen 2.1% und Bildung 3.1Prozent.

Wie kann ein kleines Land am besten eine Nische für sich in der globalisierten Wirtschaft schaffen?
Wo immer möglich sollte die Zusammenarbeit mit Partnern forciert werden. Dann sollten einzigartige Werte geschaffen werden. Der Zugang zum internationalen Talente-Pool ist ebenfalls von großer Bedeutung. Zudem sollten auch die KMUs darauf abzielen, sich globale Märkte zu erschließen.

Wie geht Singapur mit der schwindenden Zahl von Jobs für weniger gut ausgebildete Menschen um?
Wir sehen die Fortbildung und Umschulung unserer Einwohner als nationale Herausforderung. Zentral ist der Aufbau eines neuen Dienstleistungssektors.

Was kann Österreich von Singapur lernen, wenn es um den Übergang zu einer wissensbasierten Gesellschaft geht?
Ich glaube, dass beide Länder zusammenarbeiten sollten und voneinander lernen. Österreichische Hightech-Unternehmen könnten in vielen Forschungsbereichen wertvolle Partner sein und die Ergebnisse würden beiden Seiten zugute kommen. Singapur wird in Zukunft revolutionäre Technologien für die aufstrebenden asiatischen Märkte entwickeln - Österreich wäre ein guter Partner.

Die futurezone ist offizieller Medienpartner der Technologiegespräche beim Forum Alpbach 2015.

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Markus Keßler

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