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12/18/2018

Handy-App lässt Sehbehinderte Emotionen erkennen

Mithilfe von künstlicher Intelligenz erkennt das Smartphone Gesichtsausdrücke und macht sie hörbar.

Kommunikation funktioniert nicht nur über Sprache. Wesentlicher Bestandteil einer Unterhaltung sind die Gesichtsausdrücke des Gesprächspartners. Doch für Blinde und Sehbehinderte bleibt die Mimik des Gegenübers meist im Verborgenen. Eine Smartphone-App, die der Handy-Hersteller Huawei in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen und Blindenverbänden entwickelt hat, macht nun genau diese Emotionen des Gesprächspartners hörbar.

Um die App verwenden zu können, müssen sich Sehbehinderte das Smartphone um den Hals hängen und die Hauptkamera auf den Gesprächspartner ausrichten. Die Kamera identifiziert dann die einzelnen Bereiche des Gesichts: Augen, Nase, Augenbrauen und Mund sowie deren Position im Verhältnis zueinander. Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) werden diese Daten verarbeitet, interpretiert und in Töne, entsprechend der jeweiligen Emotionen, umgewandelt.

Auf diese Weise wissen Menschen mit beeinträchtigten Augenlicht, ob ihr Gesprächspartner lacht, verärgert oder verwundert schaut. Insgesamt kann die „Facing Emotions“-App sieben verschiedene Gesichtsausdrücke erkennen und hörbar machen.

Handy erkennt Texte

Ein ähnliches Projekt für taubstumme Kinder hat Huawei erst kürzlich umgesetzt. Dabei werden die Texte in ausgewählten Kinderbüchern ebenso von der KI-unterstützten Handy-Kamera erkannt in Gebärdensprache umgesetzt und am Smartphone-Display dargestellt.

Die Digitalisierung habe Menschen mit Behinderung vor neuen Herausforderung gestellt, aber auch zahlreiche neue Hilfsmittel hervorgebracht, erklärt Daniel Dullnig, Geschäftsführer des Diakoniewerks, das gemeinsam mit Huawei und der Österreichischen Blindenwohlfahrt die „Facing Emotions“-App in der Praxis testen wird. „Auf unserem Online-Portal lifetool.at informieren wir über entsprechende elektronische Hilfsmittel und Spezialsoftware für Menschen mit Behinderung“, sagt Dullnig im Gespräch mit dem KURIER.

Dort sind etwa spezielle Computermäuse, Smartphone- und Tablet-Apps sowie weitere elektronische Kommunikationshilfen gelistet, die Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag und der Berufswelt unterstützen können. „Die Nutzung neuer Technologien erleichtert ihnen den Zugang zu Wissen, Information, Bildung und Unterhaltung und trägt darüber hinaus dazu bei, die Lebensqualität von Menschen mit Sehbehinderung zu verbessern“, sagt Dullnig.