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B2B
07/18/2013

Dell-Übernahme hängt in der Luft

Der Plan von Michael Dell, den von ihm gegründeten PC-Hersteller von der Börse zu nehmen, stößt auf Widerstand. Die entscheidende Aktionärsabstimmung wurde verschoben. Möglicherweise muss der Unternehmensgründer noch einmal tief in die Tasche greifen.

Der Kampf um den Computerkonzern Dell geht in die Verlängerung. Angesichts des steigenden Widerstands gegen die Übernahme in ihrer jetzigen Form ist eine entscheidende Aktionärsabstimmung um eine Woche verschoben worden. Das räumt Firmengründer Michael Dell mehr Zeit ein, weitere Anteilseigner auf seine Seite zu ziehen - notfalls mit einem höheren Angebot.

Michael Dell will zusammen mit dem Finanzinvestor Silver Lake den Computerkonzern in einem 24,4 Milliarden Dollar schweren Deal zurückkaufen, von der Börse nehmen und angesichts der rückläufigen PC-Verkäufe radikal umbauen. Die Aktionäre hätten eigentlich am Donnerstag über die Offerte abstimmen sollen, doch die außerordentliche Hauptversammlung wurde direkt nach ihrem Beginn schon wieder vertagt. Neuer Termin ist Mittwoch, der 24. Juli.

Besseres Angebot
Beobachter werteten die Verschiebung als Zeichen, dass Michael Dell eine Abstimmungsniederlage gedroht hätte. Der Verwaltungsrat, der hinter der Offerte steht, will um weitere Stimmen werben. Mehrere Aktionäre verlangen für ihr Ja allerdings ein besseres Angebot. Ob Michael Dell dazu bereit wäre, ist unklar.

Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ wollten zuletzt auch die Großaktionäre BlackRock, Vanguard Group und State Street gegen die Offerte stimmen. Damit kämen die Gegner des Deals bereits auf nahezu 30 Prozent der Anteile. Michael Dell kann als Großaktionär auf 16 Prozent zurückgreifen. Er bietet zusammen mit Silver Lake 13,65 Dollar pro Aktie.

Mächtigster Gegner ist der Milliardär Carl Icahn, der sich in großem Stil bei Dell eingekauft hat. Icahn findet das Angebot zu niedrig und setzt einen komplizierten Vorschlag dagegen: Er will zusammen mit seinem Verbündeten Southeastern Asset Management unter anderem durchsetzen, dass der Konzern einen Teil der Aktien für 14 Dollar pro Stück zurückkauft.

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