B2B
01.02.2018

eBay löst sich von Zahlungsanbieter Paypal

Der primäre Zahlungsdienstleister der Auktionsplattform wird künftig Adyen statt Paypal heißen. Der Vertrag zwischen den beiden Unternehmen läuft 2023 offiziell aus.

Der Bezahldienst Paypal wird einen wichtigen Teil des Geschäfts mit seiner einstigen Konzernmutter eBay verlieren. Die Handelsplattform entschied sich für die niederländische Firma Adyen als künftigen Partner für die Zahlungsabwicklung. Die Paypal-Aktie fiel nach der Ankündigung trotz guter Quartalszahlen um rund zehn Prozent im vorbörslichen Handel am Donnerstag.

Adyen soll die Rolle als Zahlungsabwickler Mitte 2020 übernehmen, wenn der Deal mit Paypal ausläuft. Verbraucher sollen weiterhin Paypal als Bezahl-Option nutzen können, mindestens bis 2023. Paypal ist sowohl als Bezahldienst für Konsumenten als auch als Zahlungsabwickler im Hintergrund aktiv.

Paypal: Wir wollten auch nicht mehr

Paypal-Chef Dan Shulman spielte vor Analysten die Auswirkungen der Entscheidung herunter. Ebay sei zwar ein wichtiger Kunde, aber das Geschäft mit anderen Unternehmen sei zuletzt viel schneller gewachsen. Der Verlust der Ebay-Erlöse werde „durchaus zu managen sein“.

Finanzchef John Rainey deutete zudem an, dass Paypal selbst angesichts unzureichender Profitabilität nicht an der Fortsetzung des Ebay-Deals interessiert gewesen sei. Paypal wird künftig auch als Bezahloption in Läden von Disney und bei der Teleshopping-Plattform QVC verfügbar sein.

Paypal mittlerweile abgespalten

Paypal hatte sich 2015 als eigenständiges Unternehmen von der langjährigen Konzernmutter abgespalten. Damals kam noch rund ein Viertel der Paypal-Erlöse von der Ebay-Plattform, ein Jahr später war es noch gut ein Fünftel.

Paypal steigerte den Überschuss im vierten Quartal im Jahresvergleich um 59 Prozent auf 620 Millionen Dollar (499 Mio Euro). Die Erlöse kletterten um 26 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.

Für das erste Quartal erwartet Paypal einen Gewinn je Aktie in der Spanne von 52 bis 54 Cent, während Experten im Schnitt 54 Cent erwarten. Paypal-Aktien verloren im nachbörslichen Handel vier Prozent.

eBay verliert wegen Steuerreform

Ein starkes Weihnachtsgeschäft hat Ebay zum Jahresende ein deutliches Umsatzplus beschert. Eine 3,1 Milliarden Dollar schwere Abschreibung wegen der US-Steuerreform riss die Bilanz im vierten Quartal dennoch mit 2,6 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro) ins Minus. Das teilte die Online-Handelsplattform am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit.

Ohne den Sondereffekt sieht das Ergebnis erheblich besser aus: Der bereinigte Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft stieg im Jahresvergleich um drei Prozent auf 618 Millionen Dollar. Der Umsatz nahm um neun Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar zu.

Bei Anlegern kamen die Zahlen sehr gut an, die Aktie stieg nachbörslich zunächst um über fünf Prozent. Im Gesamtjahr 2017 wuchs der Umsatz bei Ebay um sieben Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn blieb stabil bei 2,2 Milliarden Dollar.