Toilette von Toto.
Wie ein japanischer Toiletten-Hersteller vom KI-Boom profitieren will
Mit Toiletten, die nicht nur Musik abspielen und eine Sitzheizung haben, sondern auch eine integrierte Bidet-Funktion mit oszillierendem Massagestrahl bieten, wurde der japanische Toilettenhersteller Toto weltweit bekannt. Trotzdem scheinen mittlerweile nicht mehr alle Investoren mit dem zufrieden zu sein, was Toto mit seinen Klos liefern kann.
Sein Investor Palliser Capital meint etwa, dass sich Toto statt auf Klos stärker auf seinen Beitrag zum KI-Markt fokussieren sollte. Damit meint die in Großbritannien ansässige Firma nicht KI in der Toilettensoftware, sondern spezielle Keramikelemente, die Toto neben Kloschüsseln und Co. auch noch herstellt.
➤ Mehr lesen: Sind wir in einer KI-Bubble? Das sagt Bill Gates
In einer Präsentation bewirbt Palliser Toto als „den am meisten unterbewerteten und übersehenen Nutznießer von KI-Speichertechnologien“. Außerdem habe sich das japanische Unternehmen zum „strategisch wichtigen Innovator und Zulieferer für die Halbleiterindustrie“ entwickelt. Deshalb sei der Toilettenhersteller laut Palliser derzeit an der Börse unterbewertet.
Spannteile zur Fixierung von Wafern
Konkret spricht Palliser einen speziellen Geschäftsbereich von Toto an. In der Hochleistungskeramik-Sparte von Toto werden elektrostatische Spannteile hergestellt, die in der 3D-NAND-Fertigung zum Einsatz kommen. Das sind Speichermedien, die unter anderem in KI-Rechenzentren zum Einsatz kommen.
Die Spannteile seien eine Speziallösung von Toto, um Siliziumwafer während Ätzungs- und Beschichtungsvorgängen sicher zu fixieren. Diese Keramikelemente bleiben selbst bei extrem niedrigen Temperaturen stabil. In Zeiten, in denen die Wafer-Produktion immer aufwendiger wird, sei das Gold wert. Vor allem in der Chipproduktion der Zukunft könnte die Toto-Keramik daher neue Maßstäbe setzen.
Schon jetzt mache diese Sparte von Toto mehr als die Hälfte des Gewinns aus. Jetzt, da die Produktion von KI-Chips weltweit in den Fokus rückt, könnte der japanische Toilettenhersteller hier ordentliche Gewinne machen, meint sein Investor Palliser. Gleichzeitig ermahnt er Toto, seine Beiträge zur KI-Branche stärker in den Vordergrund zu rücken.
➤ Mehr lesen: Nvidia-Chips im Wert von einer Milliarde Dollar nach China geschmuggelt
Palliser will Toto nun als KI-Schlüsselunternehmen darstellen. Damit bezweckt die Investmentfirma wahrscheinlich vor allem eins: den KI-Hype nutzen und die eigenen Anteile an einem japanischen Toilettenhersteller pushen und dadurch mehr Gewinne einstreichen.
Kommentare