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© APA/AFP/GETTY IMAGES/MARIO TAMA / MARIO TAMA

B2B
08/31/2020

Milliarden-Deal von TikTok: Käufer soll feststehen

Offiziell wird die US-Firma, die die chinesische Video-App übernehmen soll, frühstens am Dienstag bekannt gegeben.

von Barbara Wimmer

TikTok ist die bisher einzige App aus China, die weltweit wirklich erfolgreich ist. Fast alle anderen Apps konnten sich außerhalb von China nie wirklich durchsetzen.

Jetzt gibt es aktuelle Gerüchte, wonach die beliebte App um 30 bis 40 Milliarden US-Dollar an eine US-Firma verkauft werden könnte. Laut CNBC hat sich die Firma Bytedance, der TikTok gehört, bereits für einen Käufer entschieden. Im Rennen waren ein Joint Venture von Microsoft mit der Supermarkt-Kette Walmart sowie  Oracle. Auch Namen wie Netflix, Apple oder Alphabet waren immer wieder als Käufer im Gespräch. Wer den Deal macht, werde „frühestens am Dienstag“ verlautbart.

Derzeit prüft Bytedance, der Konzern des 36-jährigen Gründers Zhang Yiming noch, ob der Deal überhaupt so über die Bühne gehen kann wie geplant.
China legt sich querDenn im  Handelsstreit mit den USA könnte nun China den Verkauf der chinesischen Video-App TikTok an die USA blockieren. Zumindest legt dies ein neuer Erlass nahe, den das Handelsministerium am Freitag beschlossen hat.

Bestimmte IT-Technologien, mit denen eine Personalisierung auf Basis von Datenanalysen möglich ist und die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz bedient werden können, dürfen ab sofort nur noch mit einer Regierungserlaubnis ins Ausland verkauft werden, heißt es darin.

Die Regeln wurden zum ersten Mal seit 2008 geändert. Das Handelsministerium erklärte, dass die Änderung dazu dienen würden, das Management von Technologie-Exporten zu formalisieren und die nationale Sicherheit zu beschützen.

Technologie-Export

Die amtliche Nachrichtenagentur aus China hatte dazu einen Uni-Professor befragt, der darauf hinwies, dass die Technologien, die bei TikTok zum Einsatz kommen, definitiv darunterfallen würden. „Peking will seinen aufsteigenden Status bei globaler Technologie beschützen“, sagt Shirley Yu, eine chinesische Strategie-Beraterin. Der Erfolg der Video-App TikTok beruht darauf, dass die Video-App einen Algorithmus im Einsatz hat, der besonders gut funktioniert, um die Verweildauer zu erhöhen. Usern werden ständig neue Videos angezeigt, sodass diese die Plattform nicht mehr so leicht abdrehen können. China könnte also durchaus ein Interesse daran haben, dass dieser Algorithmus nicht in die Hände eines US-Unternehmens gerät, was sich bei einem Verkauf nicht verhindern ließe.

Der USA ist die chinesische App ein Dorn im Auge. US-Präsident Donald Trump bezeichnete sie gar als Sicherheitsrisiko, weil über diese chinesische Behörden Zugriff auf Daten von US-Bürgern erlangen könnten. ByteDance ist  auf Linie der kommunistischen Staatsführung. Deshalb gibt es TikTok auch in China selbst nicht, sondern nur eine abgeschwächte Version davon, bei der keine kritischen Inhalte angezeigt werden.

Anfang August verbot Trump Geschäfte mit TikTok. Die einzige Alternative, um den Dienst in den USA weiter zu betreiben, wäre somit ein Verkauf. Trump hatte zudem angeordnet, dass sich Bytedance binnen drei Monaten von allen Nutzer-Daten in den USA trennen müsse.

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