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B2B
07/25/2019

Österreich-Cloud: Wirtschaftskammer kontert Kurz auf Twitter

Der ÖVP-Chef will eine österreichische Cloud-Lösung. Die Wirtschaftskammer weist Kurz darauf hin, dass es dies schon längst gibt.

Der frühere Bundeskanzler Sebastian Kurz weilt gerade im Silicon Valley, wo er sich von neuen Technologien inspirieren lassen will. Offenbar ist ihm auf diesem Weg die Idee einer rein österreichischen Cloud-Lösung gekommen. "Wir wollen eine Ö-Cloud schaffen", schreibt der ÖVP-Chef auf Twitter. Österreich dürfe sich bei der Cloud-basierten Datenspeicherung nicht von Asien und den USA abhängig machen, sondern müsse eine eigene Infrastruktur aufbauen, heißt es in einem Facebook-Posting von Kurz.

Dass es bereits längst derartige Dienste gibt, dürfte dem früheren Kanzler entgangen sein: "Laut Medienberichten denkt ÖVP-Chef Sebastian Kurz über die Schaffung einer eigenen Ö-Cloud nach. Diese ist bereits Realität", heißt es in einer Aussendung der Wirtschaftskammer Wien.

"Austrian Cloud" gibt es bereits seit 2017

Bereits 2017 wurde die Initiative "Austrian Cloud" ins Leben gerufen. Die Initiative der Wirtschaftskammer Wien mache heimische Cloud-Dienstleister sichtbar, die Daten auch in Österreich speichern, stellt Martin Heimhilcher klar, der in der WK Wien für Information & Consulting zuständig ist. "Nur in Österreich und in der EU ist eine optimale Rechtssicherheit gegeben", sagt Heimhilcher in der Aussendung.

Laut Informationen der WKO bieten mindestens 150 heimische Unternehmen an, Daten in einer österreichischen Cloud zu speichern. Eine Suche nach Firmen, die Daten in Österreich speichern, liefert bei der WKO 216 Treffer. 

Hämische Reaktionen auf Twitter

Auf Twitter sorgte der Ö-Cloud-Tweet von Kurz für heftige Reaktionen. Viele Nutzer reagierten hämisch und wiesen den ÖVP-Chef ebenso wie die Wirtschaftskammer auf die bereits bestehenden österreichischen Cloud-Lösungen hin. Andere bringen die Idee, einer heimischen Datenspeicherung mit der so genannten Schredder-Affäre in Verbindung, bei der offenbar heikle Daten aus dem Kanzleramt auf dubiose Art und Weise vernichtet wurden.