B2B
11.08.2016

Onlinedrogenring in Österreich gesprengt

Österreichische Ermittler haben mit slowenischen Kollegen und EUROPOL eine Online-Handelsplattform für Drogen zerschlagen, die 500 Kilo Ware verkauft haben soll.

Ein 23-jähriger Drogenkonsument, der 2013 in Graz verurteilt wurde, hat die Polizei zu einem international agierenden Online-Drogenring geführt, der rund 500 Kilo berauschende Substanzen verkauft und mindestens 2,2 Millionen Euro Umsatz gemacht haben soll. Der junge Konsument soll 3,1 Kilo nicht näher spezifizierte Substanzen über die Plattform bezogen haben. Die beiden 29- und 30-jährigen Betreiber der Plattform, beides slowenische Staatsbürger, sind jetzt in Österreich und Slowenien festgenommen worden.

Der Onlineshop wurde über Server in Hongkong und Offshore-Firmen in der Karibik und auf pazifischen Inseln betrieben. Die Ermittler sind den Betreibern über ein Konto, das bei den Ermittlungen gegen den Konsumenten aus Graz ausgeforscht wurde, auf die Spur gekommen. Bezahlt wurden die Drogen über Bitcoins, der Versand der Ware erfolgte über verschiedene europäische Länder. Die Erlöse aus dem Geschäft haben die beiden Festgenommenen auf verschiedene Weise investiert, teilweise etwa in Immobilien.

Österreichische Konsumenten

Der in Österreich festgenommene Mitbetreiber ist an Slowenien ausgeliefert worden. Weitere Verhaftungen von Komplizen hat es ebenfalls gegeben. Insgesamt haben Beamte 7,1 Kilogramm Rauschmittel in Deutschland, Holland und Österreich beschlagnahmt. Waffen, Verpackungsmaterial, Computer, gefälschte Ausweise und Bankunterlagen wurden ebenfalls sichergestellt. Insgesamt soll der Drogenshop 713 Kunden in 42 Ländern gehabt haben. In 2178 Bestellungen wurden etwa 500 Kilo Rauschmittel verkauft.

In Österreich wurden in 270 Bestellungen etwa 19 Kilo ausgeliefert, an 75 Kunden im Wert von etwa 110.000 Euro. Die hiesigen Besamten haben bei Hausdurchsuchungen 4000 Euro in Bar und Immobilienbesitz im Wert von 60.000 Euro beschlagnahmt. Laut den Ermittlern waren die meisten Kunden Wiederverkäufer. Der Straßenwert der 500 Kilo "Substanzen" wird von der Polizei mit etwa 15 Millionen Euro angegben. Der Reinheitsgrad soll sehr hoch gewesen sein. Auf Fotos der Polizei sind hauptsächlich Drogen in Pulver oder Kristallform zu erkennen.