B2B
09.01.2014

PSA-Chef: NFC sicherer als Bargeld

Rainer Schamberger, Geschäftsführer des Bankomat-Betreibers PSA, kontert der Kritik des VKI und mehrerer Parteien am kontaktlosen Zahlen mit NFC-Technologie.

Kontaktloses Bezahlen mit der NFC-Technologie sei sicherer als Bargeld. Wenn Bargeld gestohlen werde, sei es weg, wenn mit einer gestohlenen Bankomatkarte per NFC bezahlt werde, sei man dagegen geschützt und bekomme das Geld wieder zurück, betonte Rainer Schamberger, Geschäftsführer von Payment Services Austria (PSA) am Donnerstag im Gespräch mit der APA.

Voraussetzung dafür sei, dass die Karte bei der Polizei als gestohlen gemeldet und bei der Bank sofort gesperrt werde. Was die Verhinderung von Missbrauch durch kontaktloses Bezahlen angehe, gelte dasselbe wie für die Bankomatkarte, nämlich der sorgsame Umgang im Alltag, betonte Schamberger.

Die PSA ist in Österreich für die Abwicklung der Bankomat-Transaktionen zuständig und reagierte heute auf unter anderem vom Verein für Konsumentenschutzinformation (VKI) vorgebrachte Kritik an dieser neuen Bezahltechnologie.

Datenauslesen bringt nichts

"Das Ding funktioniert erfolgreich und ohne Probleme", betonte Schamberger. Seit der Einführung per April 2013 seien bereits über 1 Million Kontaktlos-Transaktionen verarbeitet worden. Bisher sei kein Fall bekannt, dass missbräuchliche Abbuchungen über große Distanzen vorgenommen worden seien. Zudem sei es nicht möglich, den Chip der Bankomatkarte, der auch die NFC-Funktionalität beinhaltet, zu duplizieren.

Auch ein Auslesen von Daten etwa mittels einer Handy-App würde einem potenziellen Betrüger nichts bringen: "Er kann damit genau so wenig anfangen, wie mit einer abgelesenen Autonummer oder der Nummer eines Geldscheines", so Schamberger. Es seien keine personenbezogenen oder sicherheitsrelevanten Daten auf der Karte gespeichert.

Keine selbstständige Transaktion

Weiters betonte der PSA-Geschäftsführer, dass zum Zustandekommen einer NFC-Transaktion immer auch von der anderen Seite - etwa von einer Kassierin in einem Supermarkt - ein Zahlungsvorgang angestoßen werden müsse, damit eine Transaktion erfolgreich stattfinden könne. Nur das alleinige Vorbeiziehen an einer elektronischen Kassa innerhalb der 4 Zentimeter-Distanz genüge dazu nicht.

Schamberger bestätigte, dass die NFC-Funktion mit dem erstmaligen Gebrauch einer neuen Bankomatkarte aktiviert wird. Kunden, die dies nicht wollten, könnten in die Bank gehen, und diese deaktivieren lassen.

Wenig Betrugsfälle

In Österreich seien sehr wenige Betrugsfälle mit Bankomatkarten bekannt, österreichische Benutzer seien diesbezüglich weltweit am sichersten. Die Zahl der Betrugsfälle sei nicht signifikant und liege deutlich unterhalb des Promillebereiches.

FPÖ, Grüne und Team Stronach forderten heute in Aussendungen unter anderem, dass Bankomatkarten nur mehr auf ausdrücklichen Wunsch der Kunden mit dieser Funktion ausgeliefert werden sollten. Die Grünen kündigten zudem noch im Jänner eine parlamentarische Initiative zur Stärkung der Verbraucherrechte im Bereich des kontaktlosen Zahlens mittels Bankomatkarte an.