B2B
23.07.2018

Tesla fragt Zulieferer nach Geld, um Betrieb aufrechten zu erhalten

Mit nachträglich gewährten Rabatten von Zulieferern will Tesla die Verluste schmälern. Die Aktion wirft Fragen nach Teslas finanziellen Mitteln auf.

Tesla hat Zulieferfirmen gebeten, dem Elektroautobauer Geld zurück zu erstatten. Das Unternehmen von Elon Musk will nachträglich Rabatte für Geschäfte, die bis ins Jahr 2016 zurückreichen. Wie das Wall Street Journal berichtet, bezeichnet Tesla die Rabattforderungen als notwendig, um den laufenden Betrieb in dieser Art aufrecht erhalten zu können. Mit der Argumentation, dass die Cash-Back-Aktion ein aussichtsreiches Investment in den Autobauer sei, möchte Tesla die Rabatte seinen Partnerfirmen schmackhaft machen, so der Bericht.

Tesla hat gegenüber der Zeitung bestätigt, dass es derartige Anfragen bei Zulieferern gebe. Diese seien aber eine Standardprozedur bei Verhandlungen in der Automobilbranche.

Dass der Autobauer bei Lieferanten nach Geld fragt, werfe jedenfalls erneut Fragen nach Teslas finanziellen Mitteln auf, schreibt das Wall Street Journal. Zentral für Tesla sei es, die hochgefahrene Produktion des Model 3 aufrecht zu erhalten. Ob dies nach all den Produktionsschwierigkeiten der vergangenen Monaten tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten. Bei Zulieferern nachtäglich nach Rabatten zu fragen, zeige jedoch deutlich, wie verzweifelt Tesla derzeit ist, wird ein Branchenexperte von der Zeitung zitiert.

Riesige Verluste

Anfang Mai hat Tesla einen Rekordverlust eingestehen müssen. Zwar erzielte das Unternehmen mit 3,1 Milliarden Dollar das beste Umsatzergebnis der Geschichte und übertraf damit auch die Erwartungen von Analysten. Allerdings waren diese Erfolge teuer erkauft. Denn gleichzeitig fiel der Verlust mit über 709 Millionen Dollar weitaus höher aus, als an der Börse befürchtet. Analysten schätzen, dass Tesla in diesem Jahr bis zu zwei Milliarden Dollar an Bargeld verbrennen wird. Im Jahresvergleich liegt die Tesla-Aktie mit rund zwei Prozent leicht im Minus.