Eine Fassade eines Gamestop-GEschäfts zeigt das Gamestop-Logo an der Hauswand
© REUTERS / Andrew Kelly
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Strauchelnder Videospielhändler GameStop will tatsächlich eBay kaufen

Der Videospielhändler GameStop will die viel größere Online-Handelsplattform eBay übernehmen. Das Angebot ist rund 56 Milliarden Dollar (47,7 Mrd. Euro) schwer, und zwar in Form von Bargeld und Aktien, wie GameStop-Chef Ryan Cohen dem Wall Street Journal sagte. Er wolle mit eBay einen viel stärkeren Konkurrenten für Amazon aufbauen, erklärte Cohen sein Vorhaben. Nach einer Übernahme strebt er an, das fusionierte Unternehmen zu führen.

GameStop gab am Sonntag ein Gebot von 125 US-Dollar pro Aktie bekannt. Das entspreche einem Aufpreis von 20 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag, betonte Cohen. Im nachbörslichen Handel war der Kurs dann bereits auf gut 116 Dollar geklettert, nachdem das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen von Cohens Plänen für ein Gebot berichtet hatte.

GameStop hält bereits einen Anteil von rund 5 Prozent an eBay. Ausgehend von der zuletzt von eBay genannten Zahl ausstehender Aktien gibt GameStop den Wert des Angebots mit etwa 55,5 Mrd. Dollar an.

Großteil der Finanzierung noch unklar

Er habe bereits eine Zusage für einen Kredit von rund 20 Milliarden Dollar für die Übernahme, sagte Cohen der Zeitung nun. Es blieb zunächst unklar, wie genau der Rest der Kaufsumme finanziert werden soll.

Cohen hatte vor GameStop als Mitgründer den auf Haustier-Artikel spezialisierten Online-Händler Chewy geführt. Er hatte 2020 eine hohe Beteiligung bei dem Spielehändler aufgebaut, dessen Management er als zu langsam beim Online-Geschäft kritisierte, und übernahm 2023 den Chefposten. Er ließ viele Läden schließen und setzte stattdessen auf das Geschäft etwa mit Sammelkarten und Retro-Konsolenspielen, die Nostalgie bei Gamern wecken.

Auch eBay versucht aktuell, sich stärker auf lukrative Kategorien wie etwa Sammelartikel, Autoteile und gebrauchte Modeartikel zu konzentrieren. Firmenchef Jamie Iannone setzt zudem auf Künstliche Intelligenz, um Nutzern das Einkaufen auf der Plattform zu erleichtern. Von eBay gab es zunächst keine Reaktion auf Cohens Ankündigung.

Rückzug aus Europa

GameStop sorgte zu Beginn der Corona-Pandemie für Schlagzeilen, weil Amateur-Händler zusammen den Kurs der Aktie, entgegen Zweifeln der Wall-Street-Analysten am Geschäftsmodell, hochtrieben. Der Vorfall wurde bekannt als GameStop Short Squeeze.

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Diese Medienpräsenz, auch wenn sie großteils negativ war, wollte der bereits seit Jahren strauchelnde Konzern nutzen, um wieder Oberwasser zu gewinnen. Es wurden mehrere Projekte gestartet, darunter eine Verkaufsplattform für NFT. Im Dezember 2022 wurden die meisten Mitarbeiter, die für die im Juli 2022 gestartete NFT-Plattform arbeiteten, gekündigt. 2023 wurde das Ende der Plattform verkündet, im Februar 2024 wurde das Portal geschlossen.

In dieser Zeit wurden auch etliche Niederlassungen in Europa aufgegeben. In Österreich wurden 2023 die Filialen geschlossen, in Deutschland Anfang 2025. In Italien wurden die Geschäfte an Cidiverte verkauft. Im Sommer 2025 war GameStop nahezu gänzlich aus Europa verschwunden.

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