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IFA

"Wollen nicht das gleiche Desaster wie mit 3D"

Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GFU), ein Zusammenschluss namhafter Hersteller und von Beginn an Veranstalter der IFA, hat eine Studie mit 8.000 Teilnehmern aus neun europäischen Ländern durchgeführt, die zum Ergebnis kommt, dass nur 60 Prozent der smarten TV-Geräte tatsächlich mit dem Internet verbunden sind.

Neue Geräte werden wegen ihrer Größe gekauft, vernetzte Geräte stehen auf der Liste der Konsumentenwünsche nicht weit oben. Die Möglichkeit zur Einbindung in ein Heimnetzwerk und der Internetanschluss werden vor allem in Deutschland oft nur deshalb gekauft, weil es kaum mehr Geräte ohne gibt.

"Deutsche Konsumente  haben jede technologische Weiterentwicklung mit Käufen unterstützt - Farbfernsehen, 16:9, HD. Das gilt auch für Smart TV. Die Geräte werden aber oft nicht angeschlossen. Hier gibt es Nachholbedarf", sagt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der GFU.

Smart-Kampagne
Um die Zahl der vernetzten TV-Geräte zu erhöhen, starten die Hersteller in Deutschland zusammen mit dem Handel rechtzeitig zur IFA eine gemeinsame Kampagne unter dem Titel "smarter fernsehen". Vor allem durch Beratung und Anschlussservice der Händler soll 2013 zum Jahr der Smart TVs werden. Zudem steht die gesamte IFA heuer unter dem Motto "Smart in die Zukunft".

Das soll nicht nur für Fernseher, sondern auch für andere Elektronik- und Haushaltsgeräte gelten. "Die Technik ist mittlerweile vorhanden und bezahlbar. Probleme gibt es noch bei den gemeinsamen Standards für die verwendeten Netzwerke, den fehlenden Komfort für Nutzer und der teilweise mangelnden Zuverlässigkeit und Stabilität der Geräte. Der Weg zur smarten Welt wird lang sein", so Rüdiger Kays von der TU Dortmund.

Vernetzter Haushalt
Die Zahl der vernetzten Geräte bei den Herstellern steigt jedenfalls schon. "Waschmaschinen, die mit Stromanbietern kommunizieren, um billig zu waschen und Kühlschränke, die verbrauchte Produkte automatisch im Internet nachbestellen, sind in Sichtweite. Konnektivität ist ein Paradigmenwechsel für Haushaltsgeräte", erklärt Volker Klodwig, Geschäftsführer von Bosch Hausgeräte.

Mehr Auflösung, mehr Probleme
Ein weiteres großes Thema bei der diesjährigen IFA wird Ultra High Definition (UHD), der nächste Sprung in der Auflösung von TV-Geräten. Erste erschwingliche Geräte sind bereits im Handel und auf der IFA stellen praktisch alle Hersteller neue Modelle vor. Allerdings ist UHD von Massentauglichkeit noch ein Stück entfernt. Einerseits gibt es derzeit kaum Inhalte, andrerseits fehlen noch wichtige gemeinsame Standards.

"Wir müssen einiges beachten, wenn wir nicht das selbe Desaster wie mit 3D erleben wollen. Wir müssen Content produzieren, gemeinsame Standards etablieren und die Kunden über die Vorteile aufklären", sagt Marcel Gonska von der WLC GmbH. Vor allem bei HDMI-Schnittstellen, Farbraum, hardwareseitiger Dekodierung und Sampling-Rate gibt es derzeit keine einheitlichen Normen unter den Herstellern. "TV-Hersteller müssen auch mit den Broadcastern enger zusammenarbeiten. Dort dauert die Umstellung der Produktion auf den neuen Standard vermutlich länger als im Online-Bereich. Aber schließlich hat auch HD über 25 Jahre auf den Durchbruch gewartet. So etwas dauert seien Zeit", so Gonska.

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Markus Keßler

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