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Digital Life
10/06/2014

Die Wahl zum Innovator des Jahres

Im Rahmen des futurezone-Award 2014 wird erstmals auch der „Innovator des Jahres“ gekürt – ein österreichischer Wissenschafter, der durch seine Arbeiten national und auch international für Aufsehen gesorgt hat.

Der „Innovator des Jahres powered by Österreichische Staatsdruckerei“ wird von einer hochkarätigen Jury nationaler und internationaler Experten vergeben, die diese Persönlichkeit aus insgesamt sechs Kandidaten, die von der futurezone-Redaktion zusammengestellt wurden, wählen.

Das sind die sechs Kandidaten für den „Innovator des Jahres powered by Österreichische Staatsdruckerei“ (in alphabetischer Reihenfolge):

Silke Bühler Paschen

Energie aus der Hitze eines Motors gewinnen – Silke Bühler Paschen ist eine prominente Materialphysikerin, die sich unter anderem mit speziellen Materialien beschäftigt, die zwar über eine niedrige Wärmeleitfähigkeit verfügen, trotzdem aber Strom leiten können. Damit könnte es in Zukunft möglich werden, auf viel effizientere Weise Strom aus Abwärme zu gewinnen - zum Beispiel die Hitze eines Motors in elektrische Energie zurückwandeln.

Susanne Koch

Susanne Koch ist eine der renommiertesten Metallurgie- und Materialwissenschafterin Österreichs, die an der Montanuniversität Leoben studiert hat und dort lehrt. Derzeit forscht sie am Department of Nuclear Engineering an der University of California Berkeley, in Kalifornien, ihr Fachgebiet ist die Nichteisen-Metallurgie. Koch hat eine umweltfreundliche, Aluminium-freie Legierung entwickelt, damit die Schwermetallbelastung bei Produktionsprozessen und Metallverarbeitungen sinkt bzw. gegen Null geht.

Marko Mihovilovic

Aufgeschürfte Haut wächst rasch wieder nach, geschädigtes Herzgewebe kaum – daher hinterlässt ein Herzinfarkt oft schwere langfristige Schäden. An der TU Wien wurden nun Substanzen entwickelt, die körpereigene Vorläuferzellen in funktionsfähige, schlagende Herzmuskelzellen umwandeln. Diese Entdeckung könnte die Tür zu einer ganz neuen Art der regenerativen Medizin öffnen. Marko D. Mihovilovic, seit 2013 Vorstand des Instituts für Angewandte Synthesechemie, arbeitet an biomedizinischen Themen und schaffte es, Herzzellen in einer Petrischale wieder zum Schlagen zu bringen.

Harald Ott

Der österreichische Transplantationsmediziner Harald Ott revitalisiert im Bioreaktor Organe und steht kurz davor, die Transplantationsmedizin zu revolutionieren. Ott hat an der Medizinischen Universität Innsbruck studiert und hat mittlerweile am Massachusetts General Hospital in Boston sein eigenes Labor, „the Laboratory for organ engineering und regeneration“. Die Organe aus seinen Bioreaktoren funktionieren bereits - Herzen beginnen zu schlagen, Nieren zu arbeiten - allerdings noch nicht zu 100 Prozent.

Miriam Unterlass

Miriam Unterlass entwickelt mit ihrem Team am Institut für Materialchemie der TU Wien neue Synthesemethoden für Hochleistungsmaterialien (z.B. Kevlar, aus dem man kugelsichere Westen herstellt). Sie konnte zeigen, dass man mit Hilfe von hohem Druck und hoher Temperatur diese Materialien viel schneller, besser und umweltfreundlicher als bisher herstellen kann. Statt wie bei herkömmlichen Verfahren mit toxischen Lösungsmitteln zu arbeiten, kommt sie mit heißem Wasserdampf aus. Ihre Erfindungen werden nicht nur bei der Entwicklung von Schutzkleidung verwendet, sondern auch für Bauteile mit extremer mechanischer Belastung wie zum Beispiel im Flugzeugbau.

Andreas Wendel

Der 30-jähriger Österreicher Andreas Wendel ist einer der Masterminds der selbstfahrenden Autos von Google. Der gebürtige Vorarlberger ist Absolvent der Technischen Universität Graz und gilt als einer der Robotik- und Computer-Vision-Experten der Gegenwart. An der TU Graz war Leiter der Aerial Vision Group und wurde 2013 von Google engagiert, wo er als Teil des geheimen Google-X-Labors an selbstfahrenden Autos tüftelt.