Digital Life
16.01.2018

Facebook kann Nutzer über Staub auf Kameralinsen tracken

Staubkörner auf Kameralinsen sind auf Fotos erkennbar. Das erlaubt Facebook theoretisch, Nutzer zu tracken. Facebook sagt, es nutze die Technik nicht.

Ein Facebook-Patent aus dem Jahr 2015 zeigt, wie kreativ das soziale Netzwerk dabei ist, die Metadaten seiner Nutzer zu verarbeiten. So können etwa Dateinamen, die von verschiedenen Nutzern hochgeladen werden, aber aus einer gemeinsamen Serie stammen (man stelle sich Dateinamen wie IMG_4605739.jpg und IMG_4605742 vor), darauf hinweisen, dass eine Verbindung zwischen Personen besteht. Außerdem können Kratzer und Staubkörner auf der Linse, die auf Fotos Spuren hinterlassen, Aufschluss darüber geben, ob die Bilder von einem bestimmten Nutzer stammen, wie Gizmodo berichtet.

Auch Verbindungen zwischen Nutzern können so hergestellt werden. Wenn ein User etwa solche Bilder an Freunde schickt und diese die Fotos dann bei Facebook hochladen, kann Facebook davon ausgehen, dass sich die Personen kennen. "Wir nutzen die Bilderanalyse nicht, um Vorschläge in der Kategorie 'Personen, die du kennen könntest' zu machen. Wir patentieren oft Technologien, die wir nicht einsetzen. Das ist kein Hinweis auf unsere Zukunftspläne", sagt ein Facebook-Sprecher gegenüber Gizmodo.

Ausgeklügelt

Facebook verfügt über viele Methoden, um Verbindungen zwischen zwei Menschen zu erkennen. So schreibt Gizmodo, dass durch Ortsdaten und den Abgleich der Daten von Lage- und Beschleunigungssensoren festgestellt werden kann, dass zwei Personen einen gemeinsamen Spaziergang gemacht haben. Zudem sind auch gleichzeitige Anmeldungen in einem WLAN eine ergiebige Informationsquelle. Sogar ob zwei Personen miteinander gesprochen haben, soll sich mithilfe solcher Ansätze feststellen lassen. Auch diese Systeme verwendet Facebook laut eigenen Angaben aber nicht.

Facebook sagt, dass es keine Analyse von IP-Adressen oder WLAN-Zugängen einsetzt, um das Beziehungsnetzwerk von Nutzern zu erforschen. Auch Profilbesuche, Gesichtserkennung und Chats mit WhatsApp-Kontakten nutzt das soziale Netzwerk nicht. Der Grund dafür ist relativ einfach: Facebook hat wesentlich einfachere Möglichkeiten, an die Daten zu kommen. Ein Großteil der Nutzer teilt Informationen wie ihr Adressbuch oft schon bei der Anmeldung bei Facebook mit dem Unternehmen.