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Zensur-Vorwurf

Google Österreich: Ads zu Abtreibung verboten

Nachdem gestern, Donnerstag, wie berichtet die Abtreibungsklinik pro:woman Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt, nimmt Google Stellung zu dem Fall. pro:woman-Leiterin Elke Graf hatte gesagt, dass die Sperre von Google-Werbeanzeigen zu Abtreibungen die Informationslage über Schwangerschaftsabbrüche verschlechtere - auch deswegen, weil sich das Such-Ranking von Abtreibungskliniken in Österreich verschlechtert hat. Google hätte ihre Werbeanzeigen gesperrt, weil ihre Webseite "brutale Sprache" beinhalte.

"Wir haben eine Reihe von Regeln darüber, was Werbeanzeigen bei Google zeigen dürfen und was nicht. Unsere Abortion Policy macht klar, dass wir in Österreich keine Werbung in Zusammenhang mit Abtreibung erlauben", so ein Google-Sprecher zur futurezone. "Wenn wir Werbung entdecken, die diese Regeln bricht, leiten wir angemessene Aktionen ein." Die gleiche Regel würde auch auf eine ganze Reieh anderer Länder wie Deutschland, Frankreich oder die Schweiz zutreffen.

Falschinformation seitens Google
Damit ist auch geklärt, dass die Werbeanzeigen von pro:woman und anderen österreichischen Abtreibungskliniken nicht wegen "brutaler Sprache" gesperrt worden sind. Hier dürfte es sich um eine Falschinformation handeln, die das Google-Support-Team an Elke Graf weitergegeben hat. Warum die Google-Anzeigen zu den Abtreibungskliniken seit Jahren geduldet wurden, das wollte/konnte Google gegenüber der futurezone nicht erklären.

Bezüglich der Beschwerde seitens pro:woman bei der EU-Kommission hat Google bereits Kontakt zum Anwalt der Abtreibungsklinik aufgenommen. pro:woman-Leiterin Graf hat Google bis kommenden Dienstag ein Ultimatum gestellt. Bis dahin will sie detailliert erläutert haben, warum die Anzeigen gesperrt wurden. "Google zeigt sich diesbezüglich sehr kooperativ", so Graf. Sie glaubt aber nicht, dass es diesbezüglich ein Werbeverbot in Österreich gibt, an das sich Google halten müsste. Immerhin hätte pro:woman etwa in Printmedien vergleichbare Anzeigen geschaltet. Die Anwaltskanzlei von pro:woman will das jetzt genau aufklären.

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Jakob Steinschaden

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