Hughes H-4 Hercules
Dieses schräge Flugzeug flog vor 79 Jahren einmal und nie wieder
Die Hughes H-4 Hercules ist eines der größten Flugboote, die jemals gebaut wurden. Am 2. November 1947 flog sie genau einmal und landete dann für immer im Museum. Ihren Spitznamen Spruce Goose (Fichtengans) erhielt die Maschine, weil sie aus Holz gebaut wurde.
Entwickelt und Konstruiert wurde sie von Hughes-Kaiser. Das Unternehmen wurde vom Schiffbauer Henry J. Kaiser und dem Luftfahrpionier und Filmemacher Howard Hughes ("Scarface") gegründet. Kaiser wollte eine Flotte von Schiffsflugzeugen bauen, die für die USA im Krieg Fracht transportieren sollte.
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Geplante Hilfe im Krieg
Die US-Regierung war interessiert und stellte den beiden 18 Millionen Dollar zur Verfügung, um das Vorhaben umzusetzen. Der Auftrag erfolgte während des 2. Weltkriegs im Jahr 1942. Das war auch der Grund, weshalb das Flugzeug aus Holz gebaut werden musste, um die wichtigen Ressourcen zu schonen. Die Spruce Goose sollte Waffen und Personen über den Atlantik transportieren, außer Reichweite der deutschen U-Boote.
Fertig wurde das Flugboot erst nach dem Krieg. Hughes hatte weitere 7 Millionen Dollar aus eigener Tasche draufgelegt, Kaiser wiederum stieg aufgrund der vielen Verzögerungen aus dem Projekt aus. Hughes machte allein weiter. Die H-4 Hercules, wie sie offiziell hieß, sollte fast 70 Tonnen tragen können. Das entspricht etwa 750 vollausgestatteten Soldaten oder 2 Stück des M4-Sherman-Panzer.
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"Ein monumentales Unterfangen"
Weil das Flugboot 1947 immer noch nicht in Aktion war, musste sich Hughes vor einem Kriegskomitee verantworten. Dort sagte er: "Die Herkules ist ein monumentales Unterfangen. Es ist das größte Flugzeug, das jemals gebaut wurde. Es ist über 5 Stockwerke hoch mit einer Spannweite, die länger ist als ein Football-Feld. Das ist mehr als ein Stadtblock". Er gelobte, all seine Kraft in das Projekt zu stecken und im Falle eines Scheiterns das Land zu verlassen.
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Angetrieben wurde die H-4 Hercules von insgesamt 8 Propellertriebwerken. Dabei handelte es sich um 8 Stück des 28-Zylinder-Mehrfachsternmotoren Pratt & Whitney R-4360-4A. Die Tragflächen der Hercules waren so dick (bis zu 3,5 Meter am Rumpfansatz), dass Mechaniker durch Gänge im Inneren der Flügel zu den Motoren gelangen konnten, um diese sogar während des Fluges zu inspizieren.
Das Flugboot war 66,74 Meter lang, hatte eine Spannweite von 97,51 Metern und sollte eine Höchstgeschwindigkeit von 378 km/h erreichen. Ein Vergleich: Das größte Passagierflugzeug - der Airbus A380 - kommt auf eine Spannweite von 79,80 Meter und ist 72,70 Meter lang.
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26 Sekunden Flugzeit
Am 2. November 1947 begann man in Cabrillo Beach, Kalifornien, mit den ersten Tests der Spruce Goose. Hughes selbst war der Pilot. Neben ihm gab es einen Co-Piloten, 2 Ingenieure, 16 Mechaniker und einige Journalisten an Bord.
Zunächst fuhr das Flugzeug nur auf dem Wasser, bis es genug Geschwindigkeit zum Abheben hatte. Gerade einmal 26 Sekunden konnte Hughes die Maschine in der Luft halten. Sie legte eine Meile (1,6 Kilometer) mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h zurück und erhob sich auf 20 Meter, bevor sie wieder auf dem Wasser aufsetzte.
Danach wurde es in einem Hangar geparkt und nach Hughes Tod wurde sie zum Ausstellungsstück. Sie kann derzeit im Evergreen Aviation & Space Museum in McMinnville in Oregon, angesehen werden.
Trotz diesem äußerst kurzen Auftritt taucht das Flugboot immer wieder in der Popkultur auf. In Aviator (2004) fliegt Leonardo Di Caprio als Howard Hughes die Spruce Goose. Als "Spruce Moose" (Fichtenelch) hat das Flugboot außerdem einen kurzen Auftritt in der Simpsons-Folge "Vom Teufel besessen".
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