Digital Life
06.10.2017

Nach 20 Jahren: AOL stellt AIM ein

Der Instant-Messaging-Dienst ist ab dem 15. Dezember nicht mehr verfügbar. WhatsApp und Co. haben den früheren ICQ-Konkurrenten längst abgehängt.

Der AOL Instant Messenger, auch bekannt als AIM, wird am 15. Dezember eingestellt. Das gab AOL am Freitag überraschend bekannt. AIM ist einer der bekanntesten Instant Messenger der 90er und frühen 2000er Jahre und dominierte insbesondere den nordamerikanischen Markt. Laut AOL habe sich die „Art und Weise, wie wir uns unterhalten, drastisch verändert“, weswegen man die Entscheidung getroffen habe, die Plattform einzustellen. Nutzer können sich noch bis zum 15. Dezember einloggen und den Dienst nutzen, eine Backup-Funktion stellt man jedoch nicht zur Verfügung.

Fotos, Videos und Chats können jedoch manuell gesichert werden. Lediglich die Buddy-Liste lässt sich nicht exportieren. Verknüpfte E-Mail-Adressen mit der Endung @aim.com können auch über den 15. Dezember hinaus weiter verwendet werden. Bereits seit März konnten keine Drittanbieter-Apps mehr auf die Plattform zugreifen, nun werden schon bald auch die Download-Links für die offiziellen Clients für macOS, Windows, iOS und Android entfernt.

AOL besaß AIM und ICQ

AIM dominierte seit seiner Veröffentlichung 1997 vor allem den Markt für Instant Messaging in Nordamerika. 2006 zählte man dort knapp 52 Prozent Marktanteil. AOL besaß auch den Konkurrenten ICQ, der in Europa und Russland einen hohen Marktanteil vorweisen konnte. 2010 verkaufte AOL ICQ an Mail.ru, das die Plattform weiter betreibt.

AIM dürfte vielen Instant-Messenger-Nutzern vor allem durch das markante Logo (der "Running Man"), das aus einem laufenden gelben Strichmännchen vor hellblauem Hintergrund bestand, bekannt sein. Heutzutage dominieren vor allem Facebooks Messenger und WhatsApp den westlichen Messenger-Markt, in Asien führen WeChat, Line und KakaoTalk.