Nintendo verlangt, dass Pokémon-Geschäft nach Überfall seinen Namen ändert
Es gibt Situationen, von denen denkt man, sie könnten eigentlich nicht schlimmer werden - bis sie es sind. So ging es vermutlich den Besitzern eines Geschäfts in New York, das Pokémon-Sammelkarten und Fanartikel verkauft.
Wie Kotaku berichtet, wurde der Store im Jänner von 3 maskierten Männern überfallen. Sie trugen Anime-Rucksäcke und waren mit Hämmern und einer Pistole bewaffnet. Das ist in einem Überwachungsvideo zu sehen, welches der Nachrichtensender ABC7NY zeigte. Die Räuber sollen innerhalb weniger Minuten Waren im Wert von 100.000 Dollar erbeutet haben (ca. 85.000 Euro).
Tragisch war, dass der bewaffnete Überfall während des ersten Community-Events stattfand, das die Store-Betreiber für Fans organisiert hatten. Das Geschäft hatte erst im November 2025 eröffnet. Viele Fans in New York und weltweit, die von dem Überfall gehört hatten, übermittelten Solidaritätsbekundungen und boten ihre Unterstützung an.
Nintendo äußert "Bedenken"
Bis hierhin hätte es eigentlich das gute Ende einer schrecklichen Erfahrung sein können - bis Nintendo auf der Bildfläche erschien. Die Firma hinter dem Pokémon-Franchise ist notorisch rigoros, wenn es um ihr Markenrecht geht. Und sie macht auch vor dem kleinen New-Yorker-Shop nicht halt.
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Durch die mediale Aufmerksamkeit nach dem Überfall wurde der Konzern auf den Shop aufmerksam. Sie äußerten "Bedenken", weil dieser "The Poke Court" hieß, schreiben die Store-Betreiber in einem Statement des Ladens. Zudem saß im Zentrum des Logos ein ikonischer Pokéball. Nintendo forderte den Store auf, seinen Namen und sein Logo zu ändern.
Um einer möglichen Klage zu entgehen, änderte der Shop sowohl den Namen als auch das Logo. Der Pokéball wurde durch einen Stern ersetzt und das Geschäft heißt jetzt The Trainer Court.
Mit zweierlei Maß
Natürlich ist dieser Schritt das gute Recht von Nintendo, bzw. dem Joint Venture The Pokémon Company, das Nintendo mit den Pokémon-Entwicklern Game Freak und Creatures gegründet hat. Trotzdem fällt der Konzern immer wieder negativ auf, wenn liebevoll gestaltete Fan-Inhalte, Events oder Firmen markenrechtliche Probleme mit dem Konzern bekommen.
Im Falle des Trainer Court war der Verlauf besonders bitter, da der Überfall Nintendo erst darauf aufmerksam machte. Wie Kotaku anmerkt, scheint The Pokémon Company allerdings mit zweierlei Maß zu messen. Dass das Department of Homeland Security der USA mit dem Pokémon-Titelsong und dem Claim "Gotta Catch 'Em All" für die Immigrations-Polizeibehörde ICE wirbt, habe keine Konsequenzen. So schreibt The Pokémon Company an Kotaku, man sei nicht am Video beteiligt gewesen. Einwände gab es allerdings keine, denn es ist nach wie vor abrufbar.
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