Selfies sind für viele auch ohne Selfie-Stick nervig

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Studie
08/31/2015

Österreicher sind von Selfies und Foodporn genervt

Eine aktuelle GfK-Studie hat das Online- und Social-Media-Verhalten der Österreicher untersucht. Fremde Selfies nerven viele, die eigenen Fotos gehen jedoch in Ordnung.

von Thomas Prenner

Das Posten von Selfies und Essen liegt bei Österreichern im Trend, stößt jedoch oft auch auf negative Resonanz, wie eine nun veröffentlichte Studie des Marktforschungsunternehmens GfK zeigt, die von A1 in Auftrag gegeben wurde. Demnach fühlen sich rund 36 Prozent der Befragten durch die Fotos anderer Nutzer genervt. Ein Viertel hat sogar als Konsequenz Kontakte geändert bzw. Personen deswegen entfreundet. Am meisten nervt die Österreicher das klassische Selfie, auf Platz zwei folgen Fotos von Essen. Auf den hinteren Plätzen folgen Partyfotos und danach Baby- und Kinderfotos.

Die Eigenwahrnehmung unterscheidet sich dabei relativ stark von der Fremdwahrnehmung. Insgesamt rund drei Viertel aller Befragten (76 Prozent) sind nicht besorgt, dass sie andere Nutzer durch ihre Fotos nerven. Das beliebteste Fotomotiv der Österreicher sind laut der Studie andere Menschen. Dahinter folgen Urlaubsfotos, danach kommen Bilder von Landschaft oder Natur vor Fotos von Tieren.

Obwohl einige Inhalte als nervend empfunden werden, ist das Betrachten von Fotos eine der Hauptbeschäftigungen von Österreichern in Online-Netzwerken. 65 Prozent der befragten Nutzer gaben an, sich Fotos über Facebook und Co anzusehen. Lediglich das Senden und Empfangen von privaten Nachrichten wird von einem noch größeren Teil der Nutzer als regelmäßige Tätigkeit genannt.

16 Likes als Ziel

Wenn Österreicher Fotos auf Facebook hochladen, erhoffen sie sich im Schnitt rund 16 Likes. Diese Erwartungen werden zumeist auch erfüllt: Laut eigenen Angaben bekommen die Menschen im Schnitt 17 „Gefällt mir“-Angaben. Als Hauptgrund dafür, Fotos hochzuladen, geben die Befragten „Bestätigung“ an. Außerdem wolle man wissen „ob es seinen Freunden gefällt“.

Rund 58 Prozent der Befragten sagte außerdem, sich sehr oder zumindest leicht unwohl zu fühlen, wenn sie keinen Zugang zu ihrem hauptsächlich genutzten Online-Netzwerk haben. Besonders augeprägt ist dieses Gefühl bei den Jungen: Knapp die Hälfte (47 Prozent) der Befragten bis 24 Jahre stimmten dieser Aussage teilweise bis sehr stark zu. Nur 25 Prozent gaben an, dass sie sich gar nicht unwohl fühlen, wenn sie Facebook und Co nicht verwenden.

Trend zur Nichterreichbarkeit

Während einerseits ein großes Bedürfnis nach Online-Kommunikation besteht, gibt es andererseits auch den Trend, absichtlich nicht mobil erreichbar sein. 57 Prozent der Befragten gaben an, manchmal ihr Handy bewusst nicht mitzunehmen, um ungestört zu sein. Das ist eine Steigerung im Vergleich zu 2010: Damals gaben nur 49 Prozent an, das Mobiltelefon absichtlich nicht dabei zu haben. Dazu passend sank im Vergleich zu 2010 auch die Zahl derer, die angaben, ihr Handy immer dabei zu haben: Vor fünf Jahren lag diese Zahl noch bei 78 Prozent, heute sagen nur mehr 69 Prozent aller Befragten, nie ohne Mobiltelefon unterwegs zu sein.

Österreicher wollen keine gebrauchten Handys

Abgefragt wurde auch das Verhalten der Österreicher beim Handykauf. Second-Hand-Mobiltelefone zu kaufen kommt nur für einen kleinen Teil der Österreicher „auf jeden Fall in Frage“. Lediglich neun Prozent stimmten dieser Aussage zu. Ein „refurbished“, also generalüberholtes Handy, können sich immerhin zwölf Prozent auf jeden Fall vorstellen. Durchschnittlich tauschen die Österreicher ihr Handy alle zwei bis drei Jahre, unabhängig vom Einkommen. Umweltschutz dürfte bei Handys auch in Zukunft ein immer größeres Thema werden. 56 Prozent der Befragten gaben an, für ein "grünes" Handy bereitwillig mehr zu bezahlen.