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Jubiläum "Projekt Ingeborg" feiert Geburtstag.

Foto: Projekt Ingeborg
Vor einem Jahr startete das Netzkulturprojekt „Projekt Ingeborg" mit dem Ziel, heimische Künstler im öffentlichen Raum entdecken zu können.

Unter pingeb.org präsentiert sich die Initiative im Internet. Zum einjährigen Jubiläum gibt es eine eigene Android-App. Im April startete das Projekt in Graz und geht demnächst auch in Villach an den Start. In den nächsten zwei Wochen bietet pingeb.org alle Texte der Autorinnen und Autoren vom Bachmann-Preis in Form von E-Books in Klagenfurt, Graz und Villach an.

Genau vor einem Jahr, am 2. Juli 2012, ging Projekt Ingeborg an den Start. Das Netzkulturprojekt von Bruno Hautzenberger und Georg Holzer bringt Kunst in digitaler Form in den öffentlichen Raum. Schon im ersten Monat sorgte das Projekt weltweit für Furore, als die Kärntner Landeshauptstadt quasi zur digitalen Bibliothek wurde:

70 Klassiker der Weltliteratur warteten an 70 Standorten in Klagenfurt auf neugierige Leser. Seit August 2012 stellte das Projekt (beinahe) jede Woche Kunstschaffende mit einem Bezug zu Klagenfurt vor. Eine Liste aller bislang 39 Künstlerinnen und Künstler findet sich unterpingeb.org/wall-of-fame.

Die Funktionsweise ist einfach:

Sticker finden: In Klagenfurt gibt es aktuell rund 120 Orte, an denen die knallgelben Sticker von pingeb.org kleben. Diese findet man auf Karte der Website oder mit den pingeb.org-Apps für iPhones oder Android.Sticker scannen: Wer ein iPhone hat, nutzt zum QR-Scannen die pingeb.org-App. Bei Android aktiviert man NFC in den Drahtlos-Einstellungen und hält sein Handy auf das schwarze X.Kunst entdecken: Es gibt E-Books oder Songs von Klagenfurter Künstlerinnen und Künstlern, die man auf der mobilen Website entdecken kann.

Die E-Books und Songs gibt es nur am Handy. „Wir wollen, dass der Nutzer dafür etwas tut. Dies soll den Spaß an der Entdeckung von Kunst fördern und die Wertschätzung zum Werk erhöhen", erklärt Georg Holzer, einer der beiden Initiatoren.

Als Partner konnte das Non-Profit-Projekt die STW Mobilität, SPAR und die Wörthersee-Schifffahrt gewinnen. 70 der mittlerweile 120 (und bald 140) Sticker kleben an Haltestellen der STW, auf Wörthersee-Schiffen und SPAR-Supermärkten.

Partner des Bachmann-Preises

Der Name „Projekt Ingeborg" ist eine Reminiszenz an die Klagenfurter Autorin Ingeborg Bachmann. Besonders stolz ist das Projektteam daher, heuer offizieller Partner der „Tage der deutschsprachigen Literatur" zu sein. In Zusammenarbeit mit dem ORF Kärnten werden alle Texte der Autorinnen und Autoren als E-Book im öffentlichen Raum angeboten.

„Unsere Grundidee war es immer, Musik und Literatur näher an die Leute zu bringen. Dass wir dies auch mit den erstklassigen Texten des Bachmann-Preises dürfen, freut uns umso mehr", so Holzer.

Die nächsten Tage werden eine Herausforderung, denn die Veröffentlichung soll sehr zeitnahe erfolgen. Weil die Texte bis zur Lesung geheim bleiben müssen, werden die E-Books quasi live produziert.

Expansion nach Graz, Villach und ...

„Wir waren überrascht, welch hohe Wellen unser Projekt geschlagen hat", meint der Softwareentwickler und Co-Gründer Bruno Hautzenberger. Das große Interesse führte dazu, dass das spannende Kennenlernen lokaler Künstler seit April 2013 auch in Graz (graz.pingeb.org) möglich ist. In Villach ist ein engagiertes Team ebenfalls dabei, das Projekt unter villach.pingeb.orgumzusetzen.

Gerade durch die Publizität im Rahmen des Bachmann-Preises erwartet sich das Team Interesse aus anderen Städten. In Wien gibt es ebenso erste Interessenten wie in Salzburg.

Die Software des Projekts wurde unter einer OpenSource-Lizenz veröffentlicht. Das bedeutet, dass jeder „sein eigenes" Projekt Ingeborg kostenfrei umsetzen kann. Fast 400 Mal wurde das pingeb.org-Plugin für das beliebte Content Management System „WordPress" bereits installiert.

Die Software sie ist übrigens die weltweit erste Lösung, die WordPress mit der NFC-Technik verbindet. NFC ist eine in Österreich entwickelte Technik zur kontaktlosen Übertragung von Daten, die gerade weltweit für Furore sorgt, weil sie in fast jedem neuen Smartphone (außer Apples iPhone) eingebaut ist.

Neue Android-App

Seit vergangenem Sonntag gibt es die neue Android-App des Projekts als kostenlosen Download in Googles Play-Store. Weil das Projekt voll auf Handys setzt, liegt es auf der Hand, auch Apps anzubieten. „Wir haben große Ziele damit und diese App – so schön sie auch ist – kann nur der erste Schritt sein", meint Entwickler Hautzenberger.

Voraussichtlich bis zum Herbst soll auch die iPhone-App überarbeitet werden und fortan wie die Android-App die Künstler noch mehr in den Vordergrund stellen.

Bildschirmfotos stehen pingeb.org/presse zur honorarfreien Verwendung bereit.

Highlights des letzten Jahres

Für das Projektteam, das dafür einen Gutteil seiner Freizeit opferte, ging es im letzten Jahr sprichwörtlich rund. Hier einige Highlights:

Weltweites Medienecho:
Über den Projektstart berichteten mindestens 120 Medien aus über 25 Ländern der Welt (irgendwann höre man zum Zählen auf). Geschrieben wurde etwa in Engadget, dem weltweit wichtigsten Technik-Blog, oder Yahoo-News in Taiwan. Von Russland bis Argentinien, von den USA bis Vietnam wurde über das Projekt berichtet. Klagenfurt kam durch das Projekt quasi auf die „Landkarte" der Netzkultur-Szene.Auszeichnung durch netidee.at:

Die Internet Privatstiftung Austria (IPA) zeichnet einmal im Jahr die besten heimischen Ideen und Projekte rund um das Internet aus. pingeb.org gehörte laut den Juroren zu den förderwürdigsten Vorhaben des Landes und erhielt dafür eine Förderung von 10.000 Euro.Finale beim Bank-Austria-Kunstpreis:
Nur knapp reichte es nicht für den wichtigsten Kunstpreis Mitteleuropas.Finale bei Apps4Austria:
Das Projektteam entwickelt aktuell neue Zugangsformen. Mit einem Konzept – Freischaltung von Inhalten an Haltestellen durch GPS-Ortung – kam man ins Finale des OpenData-Wettbewerbs Apps4Austria der Österreichischen Bundesregierung.Konferenzen & Vorträge:
Das Projekt wurde im Rahmen der TEDx-Conference Vienna ebenso präsentiert wir beim exklusiven Marketing-Kongress der iComp.

Ziele für die Zukunft

Neben noch besseren Apps strebt das Projektteam in nächster Zeit zumindest eine erste eigene Installation im Ausland an. „Warum sollen wir nicht auch in der Weltkulturhauptstadt New York jemanden davon begeistern können?", fragt sich Holzer. Aber auch ein Team in Berlin wäre schon ein Riesenerfolg.

 

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(futurezone) Erstellt am 03.07.2013, 18:00

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