sichergestellte Drogen

© LPD Burgenland

Shiny Flakes
03/12/2015

Schlag gegen Online-Drogenhandel im deutschsprachigen Raum

Maßgeblich im deutschsprachigen Raum tätiger Ring ausgehoben. Ermittlungen der Leipziger Polizei noch nicht zu Ende, Abnehmer aus Österreich möglich.

Die Leipziger Polizei ist ein Schlag gegen eine Online-Plattform gelungen, über die weltweit im großen Stil mit Rauschgift gehandelt worden sein soll. Insgesamt wurden rund 360 Kilogramm Drogen im Wert von 4,1 Millionen Euro sichergestellt, wie der Leitende Kriminaldirektor Petric Kleine am Donnerstag sagte. Der 20-jährige Verdächtige besaß Bitcoins im Wert von 325.000 Euro.

Außer Heroin waren nach Angaben der Ermittler alle Arten von Drogen dabei, die auf dem Markt erhältlich sind - so Kokain, Ecstasy und Marihuana. Die Polizei bezifferte den Verkaufswert des sichergestellten Rauschgifts mit mehr als vier Millionen Euro. Laut der Pressestelle der Leipziger Polizei, war das Drogenportal "Shiny Flakes" (zu Deutsch: "Glitzernde Flocken") "maßgeblich im deutschsprachigen Raum tätig", daher ist es keinesfalls ausgeschlossen, dass es auch Kunden aus Österreich gegeben hat, hieß es auf Anfrage der APA. Die noch laufenden Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft Leipzig begannen bereits im März 2014.

Weltweite Postsendungen

Am 26. Februar griff die Polizei zu: Ein 20-jähriger Leipziger sowie ein 51-jähriger Drogenkurier wurden vorläufig festgenommen und sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Bei einer Durchsuchung des Zimmers, zu dem die Eltern offenbar keinen Zutritt hatten, fanden die Ermittler 320 Kilogramm Drogen und 48.000 Euro Bargeld. In verschiedenen Sendungen wurden später weitere 40 Kilogramm Drogen entdeckt. Er soll nach den bisherigen Ermittlungen auf einer Internetplattform einen weltweiten Drogenhandel aufgezogen haben. Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz sprach von einer neuen Form der Kriminalität. Den Angaben zufolge wurden Kunden auf der ganzen Welt per Post beliefert.

2013 nutzte der Leipziger für seine Geschäfte zunächst das sogenannte Darknet, einen versteckten, verschlüsselten Bereich des Internets. Im Jahr darauf sei er dann ins offen zugängliche Internet gewechselt, sagte Kleine. Um den Drogenhandel zu verschleiern, habe er unter anderem Server im Ausland genutzt. Die in Briefen oder Paketen verpackten Drogen seien "per Einschreiben oder an Packstationen" geliefert worden. Bezahlt wurde mit der virtuellen Währung Bitcoins, der Verdächtige besaß diese im Wert von 325.000 Euro. Im Zuge der Ermittlungen gab es laut Polizei am Mittwoch in ganz Deutschland 38 Durchsuchungen - unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Fünf Verdächtige seien festgenommen worden.