Digital Life
03/02/2014

Starker Rückgang bei geleakten Oscar-„Screener“

Stimmberechtigte bei den Oscars erhalten im Vorfeld Kopien der für die Preise eingereichten Filme, sogenannte „Screener“. Immer weniger davon geraten ins Internet.

Die Erwähnung des Filmes „The Secret Life of Walter Mitty“ wird die diesjährige Moderatorin der Oscar-Verleihung, Elen DeGeneres, vermutlich unterlassen. Im Jänner geriet eine Kopie des Streifens, der ein Wasserzeichen mit dem Namen des US-Serienstars trug, ins Netz und wurde über Tauschbörsen verbreitet. DeGeneris stellte zwar in Abrede mit dem „Leak“ etwas zu tun zu haben, peinlich war er für sie aber dennoch. Wie eine Statistik von Andy Baio von Waxy.org zeigt, hat die Anzahl der ins Internet entkommenen „Screener“ in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen.

Lediglich 15 „Screener“ im Netz

Als Baio 2003 seine Aufzeichnungen begann, waren 25 Screeners von 28 nominierten Filmen im Netz abrufbar. Heuer sind es nur noch 15 von 33 nominierten Filmen, also weniger als die Hälfte. Gründe für den starken Rückgang geleakter „Screener“, der sich seit einigen Jahren abzeichnet, dürften in der zunehmenden Vorsicht der bemusterten Stimmberechtigten, aber auch in technischen Schutzmaßnahmen zu suchen sein.

Gegenüber paidcontent.org gaben einige Mitglieder der Oscar-Organisation Academy of Motion Picture Art and Sciences (AMPAS) an, die ihnen übermittelten Kopien nicht einmal mehr an Freunde weiterzugeben. Sie befürchten künftig nicht mehr mit den begehrten Kopien bedacht zu werden, sollten Leaks auf sie zurückgeführt werden können.

Digitale Bemusterung

Während Filmstudios die an die rund 6000 AMPAS-Mitglieder ausgegebenen Kopien üblicherweise mit Wasserzeichen versehen und die Ausgabe der DVDs penibel dokumentieren, ist dies bei anderen Preisen, in deren Vorfeld ebenfalls“ Screener“ verteilt werden nicht möglich. So zählt etwa die US-Screen Actors Guild, (SGA) die ebenfalls Filmpreise vergibt, 160.000 Mitglieder. Studios und Produktionsfirmen bemustern viele SGA-Mitglieder deshalb seit 2011 nur noch digital mit iTunes-Downloads, die nach 30 Tagen nicht mehr genutzt werden können.