Digital Life
24.12.2016

Suchmaschine visualisiert Verbreitung von Fake-News

Studierende der Indiana University haben eine Suchmaschine entwickelt, welche die Verbreitung von Falsch-Nachrichten und Richtigstellungen darauf veranschaulicht.

Fake-News, also Nachrichten, die sich nach näherer Recherche als unwahr oder im Kern unhaltbar erweisen, haben mittlerweile Facebook, aber auch das deutsche Justizministerium auf den Plan gerufen. Einen interessanten Aspekt wollen Studierende der Indiana University aufzeigen. Mit der derzeit als Beta-Version verfügbaren Suchmaschine Hoaxy visualisieren sie die Social-Media-Knotenpunkten, über welche die Artikel in einem bestimmten Zeitraum verbreitet werden.

Visualisiertes Netzwerk

Aktuell ist die Anzahl der gelisteten Artikel auf englischsprachige Nachrichtenseiten beschränkt, die am häufigsten in der Kritik stehen, Unwahrheiten zu verbreiten. Als zweite Quelle werden Seiten gelistet, welche es sich zur Hauptaufgabe gemacht haben, Fakten zu checken und gegebenenfalls richtig zu stellen. Die Studierenden betonen, dass sie nicht bewerten, ob die Inhalte der Artikel tatsächlich falsch sind, sondern wollen nur die Verbreitungen und Entgegnungen dokumentieren. Derzeit werden nur Twitter-Postings als 3D-Grafik ausgewertet.

Zu sehen, wodurch bestimmte Nachrichten ihre hohe Reichweite bekommen, ist auch für Kritiker manch dubioser News-Portale interessant. Denn oftmals sind es genau die Kritiker selbst, die durch das empörte Posten von Links diesen erst zu der enormen Reichweite verschaffen. Auch Donald Trump hat von dieser multimedialen Aufmerksamkeit letztlich sicherlich profitiert. Im österreichischen Bundespräsidenten-Wahlkampf etwa sollen im Wahlkampf zunächst ausgerechnet einige Van-der-Bellen-nahe Facebook- und Twitter-Accounts die Botschaft des FPÖ-Konkurrenten Hofer transportiert haben.