Digital Life
02/26/2019

Tinder-Hochstapler ergaunerte sich Millionen Euro von Frauen

Ein junger Mann erschlich sich nicht nur das Vertrauen von seinen Opfern. Gegen ihn wird in mehreren Ländern ermittelt.

Er sieht gut aus, wirkt erfolgreich und hat offenbar sehr viel Geld - So präsentiert sich ein junger Mann aus Israel auf Tinder, der sich selbst als Simon Leviev bezeichnet. Per Dating-App sucht er nach Frauen, um ihnen ein Leben vorzugaukeln, das es so nicht gibt.

Im Laufe von Monaten hat er es mehrfach geschafft, seinen Opfern hohe Geldbeträge abzuluchsen. Mittlerweile soll er sich mehrere Millionen Euro erschlichen haben.

Unterwegs mit dem Privatjet

Die Masche von Leviev scheint dabei immer dieselbe zu sein. Zuerst spielt er den erfolgreichen Geschäftsmann, der mit einem Privatjet um die Welt reist und schwer beschäftigt ist. Sein Auftreten, manchmal sogar in Beisein von seinem angeblichen Sekretär und Bodyguard, wirkt glaubwürdig und wird von den späteren Opfern nicht weiter angezweifelt.

Im Laufe der Zeit, erzählt er seinen vermeintlichen Freundinnen, davon, dass seine Firma in einem gefährlichen Konkurrenzkampf verwickelt sei und dass er mit dem Tode bedroht werde. Um Zahlungen durchführen zu können, die sich nicht auf ihn zurückverfolgen lassen, bittet er seine Opfer um Kreditkartendaten. Um noch zusätzlichen Druck auszuüben und seine Glaubwürdigkeit weiter unter Beweis zu stellen, hat er an eines seiner Opfer sogar ein Foto seines Bodyguards verschickt, das ihn mit Blut verschmierten Kopf zeigt.

In mehreren Ländern gesucht

Die Norwegerin Cecilie Schrøder eines der Opfer von Leviev. Sie hat den Fall ins Rollen gebracht, das norwegische Portal vg.no berichtet nun in einer aufwändigen Reportage über den so genannten "Tinder-Schwindler". Mit der Zeit hat Schrøder zunehmend Zweifel an Levievs Aussagen gehegt. Als er zu einem vereinbarten Treffen nicht erschienen ist, hat sie die Polizei eingeschalten.

Schrøder war bei weitem nicht das einzige Opfer von Leviev. In Israel, England, Norwegen und Schweden liegen mehrere Anzeigen wegen Betrug und anderer Delikte gegen ihn vor.

Wie sich im Zuge der Ermittlungen herausgestellt hat, heißt Simon Leviev mit bürgerlichen Namen Shimon Y. und kommt aus Israel. Seine Mutter gibt an, mit Shimon seit seinem 18. Geburtstag nichts mehr von ihm gehört zu haben.