Digital Life
01.03.2018

Tweet brachte Kryptowährung Waltonchain zum Absturz

Ein unüberlegter Tweet hat das Blockchain-Projekt Waltonchain Millionen Dollar an Marktkapitalisierung gekostet.

Es begann mit einem Wettbewerb, den das Team hinter Waltonchain am 8. Februar auslobte, um die Bekanntheit seines Projekts zu steigern, berichtet Mashable.  Darin wurde Followern des Waltonchain Twitter-Accounts eine Belohnung von mehr als 560.000 Walton Coins (WTC) in Aussicht gestellt, wenn sie einen bestimmten Tweet teilen und auch den Hashtag #WaltonchainLove verwenden. Der Topf sollte unter 213 Leuten verteilt werden.

Zum damaligen Zeitpunkt notierte die Kryptowährung bei 22 Dollar. Jeder Gewinner sollte also fast 60 Dollar erhalten. Das ist zwar nicht viel, für einen Tweet ist es aber auch keine schlechte Entlohnung.

Die Aktion ging nach hinten los, als Waltonchain die Liste mit den Gewinnern veröffentlichte und kurz darauf – ebenfalls über den hauseigenen Twitter-Account - einen eher peinlichen Tweet in Umlauf brachte, in dem sich ein vermeintlicher Gewinner überschwänglich für die Prämie bedankte. „OMG! Ich kann nicht glauben, dass ich gewonnen habe“, stand dort zu lesen. Und: „Danke Walton Team! Macht eure großartige Arbeit weiter.“ Garniert war die Kurzmitteilung, die offenbar versehentlich von einem Mitarbeiter des Teams veröffentlicht wurde, mit Raketen-Emojis.

Bei den Followern kam die Selbstbeweihräucherung nicht gut an. „Ihr habt wohl vergessen, den Account zu wechseln“, hieß es. Viele Twitter-Nutzer kündigten an, ihre Walton Coins verkaufen zu wollen. Auch von Betrug war die Rede. Der Kurs der Kryptowährung stürzte ins Bodenlose.

Das Waltonchain Projekt, das den Tweet bald löschte, nahm bislang noch nicht dazu Stellung. Für die Reddit-Community r/Buttcoin war der Vorfall ein gefundenes Fressen. Für Waltonchain sei es ein Glück, dass Twitter nicht die Blockchain verwende, spottete ein Nutzer: Sonst würde der Tweet für immer abrufbar bleiben. Mittlerweile hat sich der Kurs von Walton Coins wieder ein wenig erholt. Von Marketingaktionen über Twitter dürfte das Blockchain-Projekt in nächster Zeit aber wohl absehen.