Digital Life
29.07.2017

US-Staatsanwälte: Illegale Film-Streams gefährden Kinder

In kurzen drastischen Clips warnen 15 US-Staatsanwälte vor den Gefahren illegaler Streaming-Seiten. Die Kampagne wird jedoch von der Film-Industrie mitfinanziert.

Eine neue Kampagne soll in den USA auf die Risiken illegaler Film- und Serien-Streams hinweisen. Insgesamt 15 Generalstaatsanwälte warnen in kurzen Video-Clips davor, dass der Besuch einer derartigen Website Hackern die Gelegenheit gibt, Malware auf dem Computer einzuschleusen. Offenbar sollen im Zuge der Kampagne gezielt Eltern angesprochen werden. Im Clip sind Kinder zu sehen, wie sie nach dem Besuch einer Website von einem Hacker unbemerkt per Webcam überwacht werden.

Die Videos sind mit Musik unterlegt, die die Bedrohung wohl unterstreichen soll. Zudem sagt jeder Staatsanwalt das Gleiche: „Heutzutage muss sich jeder Sorgen über Cybersicherheit machen. Hacker sind immer auf der Suche nach neuen Wegen, um in unsere Computer einzudringen. Bereits simple Dinge, wie der Besuch einer illegalen Streaming-Seite, kann ihren Computer gefährden.“

Erinnerungen an alte Kampagne

Die Clips erinnern an die umstrittene „Piracy. It’s a crime.“-Kampagne, die 2004 vom Filmverband MPAA (Motion Picture Association of America) veröffentlicht wurde. Die Clips waren meist auf DVDs zu sehen und konnten nicht übersprungen werden. Auch diese Kampagne wird von einer Lobby-Organisation, der Digital Citizens Alliance (DCA), unterstützt. Diese Non-Profit-Organisation tritt offiziell für mehr Internet-Sicherheit auf, vertritt in vielen Bereichen, beispielsweise illegalen Streams, auch die Interessen der Film-Industrie.

Dennoch weisen die Spots, wenn auch stark übertrieben, auf ein reales Problem hin - zumindest laut einer Studie der DCA. Demnach sind Besucher von Websites, die illegale Streams und Torrents anbieten, dem 28-fachen Risiko ausgesetzt, mit Malware infiziert zu werden. In der Hälfte der Fälle passiert die Installation unbemerkt im Hintergrund. Dieses Problem ist auch darauf zurückzuführen, dass die Betreiber dieser Plattformen deutlich geringere Ansprüche an Werber stellen als andere Anbieter.