Digital Life
19.12.2017

USA machen Nordkorea für "WannaCry"-Angriff verantwortlich

Die US-Regierung will Beweise dafür haben, dass Nordkorea hinter dem massiven weltweiten Cyberangriff mit der Erpressersoftware „WannaCry“ zu steht.

Nordkorea sei direkt für die Attacke verantwortlich, schrieb Trumps Heimatschutzberater Tom Bossert in einem Beitrag für das „Wall Street Journal“, der in der Nacht zum Dienstag veröffentlicht wurde. „Wir erheben diesen Vorwurf nicht leichtfertig. Er basiert auf Beweisen. Wir sind auch nicht allein mit unseren Erkenntnissen“, erklärte Bossert.

Hunderttausende Rechner infiziert

Bei dem „WannaCry“-Angriff waren Mitte Mai über eine erpresserische Software hunderttausende Computer in mehr als 150 Ländern infiziert worden. Betroffen waren damals vor allem Privatpersonen - aber auch Unternehmen wie die Deutsche Bahn und Renault oder das britische Gesundheitssystem NHS.

IT-Sicherheitsexperten hatten bald nach der Attacke im Mai darauf verwiesen, dass der Code des Schadsoftware zur Gruppe Lazarus führe, hinter der Nordkorea vermutet wird. Die Gruppe Lazarus wird für eine Reihe von Cyberangriffen verantwortlich gemacht, darunter den auf Sony Pictures im Jahr 2014 und im vergangenen Jahr auf die Zentralbank von Bangladesch. Bei dem spektakulären Raub wurden 81 Millionen Dollar erbeutet. Nordkorea hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Konsequenzen angekündigt

Bossert erklärte, das „bösartige Verhalten“ des international isolierten Landes werde immer „ungeheuerlicher“. Der „WannaCry“-Angriff sei „willkürlich rücksichtslos“ gewesen. Er kündigte Konsequenzen an, ging aber nicht in Details. Wie aus dem Weißen Haus verlautete, wollte sich der Heimatschutzberater am Dienstag näher zu dem Thema äußern.